Abenteuer Industriekultur
Große Schornsteine, stillgelegte Industriegebäude, spannende Brachflächen sowie Fragmente und Artefakte aus längst vergangenen Zeiten – ehemalige Industrieareale bieten mit ihren einzigartigen Strukturen einen besonderen Reiz für Abenteurer und Entdecker. Einige dieser Orte haben sich zu regelrechten Erlebniszentren mit enormer Bedeutung für die jeweilige Region entwickelt. Im Zentrum stehen dabei stets Erlebbarkeit und Authentizität. Diese Faktoren tragen dazu bei, die Geschichte nahbar und teils abenteuerreich zu erleben. Dieser lehrreiche, unverfälschte Umgang mit der Historie ist einerseits einzigartig, andererseits auch charakteristisch für die Deutsche Kultur. In diesem Beitrag möchte ich euch daher einige abenteuerreiche Projekte der Industriekultur vorstellen.
- Familiengarten Eberswalde (Brandenburg)
- Ferropolis (Sachsen-Anhalt)
- Landschaftspark Duisburg Nord (Nordrhein-Westfalen)
- Museumspark Rüdersdorf (Berlin-Brandenburg)
- Völklinger Hütte (Nordrhein-Westfalen)
- Ziegeleipark Mildenberg (Brandenburg)
- Ziegeleimuseum Lage (Nordrhein-Westfalen)

Familiengarten Eberswalde (Brandenburg)
Der Familiengarten Eberswalde entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Eisenspalterei. Durch die Tatsache, dass das Areal im Jahr 2002 den Austragungsort der Landesgartenschau Brandenburg stellte, bietet der Familiengarten ein besonders abwechslungsreiches Programm aus Natur, Industriekultur und Familienangeboten. Besonders jüngere Abenteurer kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, während die erwachsenen Begleiter die Industriedenkmäler und die einmalige Gartenarchitektur bewundern können. Für Kinder existieren zahlreiche Erlebnisspielplätze, darunter unter anderem ein Baba Jaga-Haus und eine Erlebnisrutsche auf einem ehemaligen Montagekran. Eine Tretbootfahrt durch die ehemaligen Betriebsarchen bietet ein weiteres besonderes Erlebnis im Familienpark. Diese ist bereits im Eintritt inkludiert, weshalb man sich die Fahrt nicht entgehen lassen sollte. Darüber hinaus beherbergt der Familiengarten die wohl längste Sitzbank der Welt! [BESUCH PLANEN]

Ferropolis (Sachsen Anhalt)
Das als Ferropolis bezeichnete Industriemuseum befindet sich in Gräfenhainichen, gelegen auf einer Halbinsel im Gremminer See, welcher den ehemaligen Braunkohle-Tagebau Golpa-Nord bildet. Als Veranstaltungsort finden hier regelmäßig Festivals, Konzerte und Events statt. Die nach Stilllegung des Betriebes verbliebenen, stählernen Großbagger bieten hierfür eine ideale Kulisse und waren letztlich namensgebend für das heutige Konzept des Ortes. Für Schüler und Kinder bestehen auf dem Gelände zudem verschiedene interessante Kursangebote und interaktive Spielmöglichkeiten, die zum Teil jedoch frühzeitige Buchung erfordern. Bei einer der geführten Touren erhält man darüber hinaus zahlreiche spannende Information rund um das Thema der Braunkohleförderung. [BESUCH PLANEN]

Landschaftspark Duisburg Nord (Nordrhein-Westfalen)
Der Landschaftspark Duisburg Nord bezeichnet sich selbst als „schönste Großstadtoase Deutschlands“. Und das nicht unberechtigt: Neben industriekulturellen Denkmälern und zahlreichen Veranstaltungen wie Ausstellungen und künstlerischen Lichtinstallationen, ertüchtigt der Landschaftspark Duisburg Nord zu verschiedenen sportlichen Aktivitäten. Klassische Wanderungen und Fahrradtouren sind hier ebenso möglich wie Klettertrips im Klettergarten oder Tauchausflüge im Tauchgasometer. Besonders schwindelfreie Abenteurer können sich im Hochseilparcours unter Beweis stellen. In einem begehbaren Hochofen haben die Besucher die Möglichkeit die funktionsweise der Roheisengewinnung zu erleben. Darüber hinaus beherbergt das Gelände eine biologische Station, die sich mit Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen befasst. [BESUCH PLANEN]

Museumspark Rüdersdorf (Berlin/Brandenburg)
Der Museumspark der Baustoffindustrie Rüdersdorf befindet sich nur unweit östlich von Berlin und beherbergt eine Vielzahl verschiedener Industriedenkmäler. Besonders beeindruckend ist die sogenannte Schachtofenbatterie, ein Zusammenschluss aus 18 (19) einzelnen Rumford-Öfen, die zur Gewinnung von Branntkalk aus dem im nahegelegenen Tagebau gewonnenen Kalkvorkommen dienten.
Teile des Tagebaus sind noch heute in Betrieb. Mit etwas Glück kann man sogar eine Sprengung beobachten. Darüber hinaus beherbergt der Museumspark weitere historische Rumfordöfen, beeindruckende Kanalportäle und weitere Bauten aus Kalkstein. Alle Gebäude sind zugänglich und abenteuerlich zu besichtigen. Zudem lässt sich das Gelände bei einer geführten Tour auch mit dem Landrover erkunden. In Kooperation mit dem geländeansässigen Kanuverleih „Aloha Kajak“ besteht zudem die Möglichkeit geführter Lost-Place-Touren mit dem Kajak. [BESUCH PLANEN]

Völklinger Hütte (Nordrhein-Westfalen)
Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zählt mit seiner äußerst imposanten Hochofengruppe zu den bekanntesten Industriedenkmälern Deutschlands. Darüber hinaus gilt es als weltweit einzig erhaltenes Eisenwerk aus Zeiten der Industrialisierung. Als beliebter Ort für Veranstaltungen und Ausstellungen bietet die Völklinger Hütte einen Anlaufpunkt für verschiedene Generationen an Abenteurern und Entdeckern. Bei einer der geführten Touren erhält man einen besonders tiefgründigen Einblick in die Geschichte des Ortes und die einmaligen Industriedenkmäler, bestehend aus ehemaligen Produktionsanlagen und Lagerstätten. Ein weiteres Highlight bietet die ehemalige Gebläsehalle mit ihren sechs Meter breiten Schwungrädern. Nicht umsonst wird die Völklinger Hütte auch als Weltkulturerbe geführt. [BESUCH PLANEN]

Ziegeleipark Mildenberg (Brandenburg) & Ziegeleimuseum Lage (Nordrhein-Westfalen)
Der Ziegeleipark in Mildenberg bei Zehdenick in Brandenburg entstand auf dem Gelände ehemaliger Ziegeleien und vermittelt die Geschichte der Tongewinnung und der industriellen Ziegelproduktion auf besonders eindrucksvolle Weise. Besonders abenteuerlich ist der Rundgang durch einen gut erhaltenen Hoffmann’schen Ringofen, der zum Brennen der Ziegel diente. Für die Besichtigung erhält man einen LED-Ziegel, welcher während des Rundgangs seine Farbe wechselt, um die während des Betrieb herrschenden Temperaturen zu simulieren. Kinder haben zudem die Möglichkeit, ihre eigenen Ziegel mittels Handstrichverfahren zu formen und bei Bedarf im Ziegeleipark brennen zu lassen. Bei einer der zahlreichen moderierten Rundfahrten mit den erhaltenen Tonlorenbahnen erfährt man zudem spannende Informationen rund um den Abbau des Tons und die ehemalige Produktion auf dem Gelände, aber auch über die Veränderung der umliegenden Landschaft. [BESUCH PLANEN]
Das Ziegeleimuseum Lage in Nordrhein-Westfalen bietet ein nahezu identisches Konzept. Auch hier haben Kinder die Möglichkeit, ihre eigenen Ziegel zu formen und brennen zu lassen, allerdings bedarf es für die meisten Attraktionen einer Voranmeldung, bzw. einer Buchung spezifischer Workshops. In verschiedenen Ausstellungen erfährt man zudem auf eindrucksvolle Art und Weise über das Leben und Arbeiten in einem ehemaligen Ziegeleibetrieb. Während der Saison besteht zu ausgewählten Zeiten zudem die Möglichkeit, mit einer ehemaligen Tonlorenbahn eine abenteuerliche Rundreise rund um das Gelände zu erleben. [BESUCH PLANEN]
