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	<title>Karnivoren Substrat Archive - CARNIFLOR</title>
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	<title>Karnivoren Substrat Archive - CARNIFLOR</title>
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		<title>Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 20:40:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Topfen wie die Profis – Wie topft man (Karnivoren) richtig?! Neben den entscheidenen klimatischen Kulturfaktoren spielen auch die Handhabung und</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/topfen-wie-die-profis/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/topfen-wie-die-profis/">Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Topfen wie die Profis – Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</strong></h3>
<p>Neben den entscheidenen klimatischen Kulturfaktoren spielen auch die Handhabung und die Beschaffenheit des Substrates eine entscheidene Rolle für die Entwicklung der Pflanze/n. Doch oftmals stoßen wir &#8211; vor allem auf <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/carnivorousplants/">Instagram</a> &#8211; auf Bilder von Pflanzen, denen beim Topfen nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Neben unvollständig gefüllten Töpfen, ist ein zu klumpig angemischtes Substrat eine häufig begangene Fehlerquelle.<br />
Aus diesem Grunde möchten wir in diesem Beitrag eine detaillierte Anleitung zum professionellen Topfen geben, aber auch auf einige häufig anzutreffende Fehler eingehen. Wie du deine Karnivoren anschließend optimal im Anstau bewässerst und die Haltbarkeit deines Substrates verlängerst, erfährst du in unserem Beitrag zum Thema <a href="https://www.carniflor.de/anstaubewaesserung-bei-karnivoren/">Daueranstau bei Karnivoren</a>.</p>
<div align="center"><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/EFTAjicm9gA" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></div>
<p><strong>1. Wahl der Töpfe</strong></p>
<p>Neben der Verwendung eines passenden Substrates, hat die Beschaffenheit des Topfes direkten Einfluss auf den Erfolg der Anzucht. Dies gilt nicht nur für Karnivoren, sondern ist für nahezu alle pflanzlichen Kulturen allgemeingültig. Während Pflanzen im Boden der natürlichen Umgebung verschiedenen, lokal sehr unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt sind und sowohl die Bodenbildung, als auch deren Erhaltung und die jeweiligen Bodenparameter (pH, Nährstoffgehalt, etc.) stark von mikrobiologischen und weiteren biotischen und abiotischen Prozessen abhängen, sind Kulturen in Topfkultur von Beginn an stark auf den Züchter angewiesen. Neben dem passenden pH-Wert, Nährstoffgehalt und der für die jeweilige Kultur entsprechenden Saugfähigkeit, bzw. Wasserhaltekraft des Substrates (wie lange braucht das Substrat um Wasser aufzunehmen und anschließend wieder abzutrocknen), ist unbedingt darauf zu achten die richtige Topfgröße UND die richtige Topfhöhe zu wählen.</p>
<p>Mit der Wahl der richtigen Gefäßhöhe lässt sich der Sauerstoffgehalt im Substrat und folglich auch der Kulturerfolg und die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich positiv beeinflussen! Gerade bei Kultur in Daueranstau , wie es für viele Karnivoren üblich ist, sollte aus diesem Grunde (wenn in der jeweiligen Breite verfügbar) unbedingt auf höhere Töpfe zurückgegriffen werden. Hierfür gibt es beispielsweise spezielle Töpfe mit 9 cm Breite und Höhe, statt der üblichen 7 cm Topfhöhe bei standartisierten 9er Rundtöpfen. Besonders bei verschiedenen Sonnentauarten ist das Wuchsbild in diesen Töpfen kräftiger und die Pflanzen erscheinen im Vergleich etwas gesünder und widerstandsfähiger.</p>
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<p>Der Unterschied erscheint zwar marginal, liefert in der Praxis jedoch deutliche Unterschiede in der Kultur. Wie die <a href="http://www.orchidee-donau-iller.de/html/sonstiges/Themen.htm">Donau-Iller Gruppe der deutschen Orchideen-Gesellschaft berichtet</a>, hängen sowohl der Wasser- als auch der Luftgehalt im Substrat direkt von der Topfhöhe ab [1]. Während ein 8 cm hoher Kulturtopf lediglich mit bis zu 7% Luft und bis zu 76% mit Wasser gesättigt sein kann, kann ein 10 cm hoher Topf bereits 13% Luftanteil und nur noch lediglich 70% Wassersättigung aufweisen, obwohl der Unterschied in der Topfhöhe lediglich 2 cm beträgt. Der Luftanteil im Substrat würde sich demnach also ausschließlich mit der Wahl einer gering höheren Topfgröße nahezu verdoppeln! Genau genommen liefert dieser Umstand auch eine der Ursachen für das bessere Wachstum von jungen Sämlingspflanzen, die nach der Saat regelmäßig pikiert werden. Vor allem bei der Aussaat von Venusfliegenfallen ist bei einer fehlenden Vereinzelung oft ein extrem verlangsamtes Wachstum zu beobachten. Möglicherweise kommt es sogar vor, dass einige Pflanzen für mehrere Jahre im Sämlingsstatium verbleiben!</p>
<table style="height: 253px;" width="1307">
<tbody>
<tr>
<td>Topfhöhe (cm)</td>
<td>Luftgehalt (%)</td>
<td>Wassergehalt (%)</td>
</tr>
<tr>
<td>2,5</td>
<td>2,5</td>
<td>82</td>
</tr>
<tr>
<td>8</td>
<td>7</td>
<td>76</td>
</tr>
<tr>
<td>10</td>
<td>13</td>
<td>70</td>
</tr>
<tr>
<td>18</td>
<td>19</td>
<td>64</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: left;">Tabelle 1: Abhängigkeit von Wasser- und Luftgehalt (in %) von der Topfhöhe (in cm). Quelle: Deutsche Orchideen-Gesellschaft (Gruppe Donau-Iller) [1]</p>
<p><strong>2. Rundtöpfe oder Ecktöpfe?</strong></p>
<p>Die Wahl des passenden Topfmodells hängt jedoch nicht nur von der gewählten Höhe ab, auch mit der Bauform (Rund- oder Ecktöpfe) kann man unter Umständen einen entscheidenden Einfluss auf den Kulturerfolg erzielen. Gerade in kleineren Gewächshäusern mag es zunächst sinnvoll erscheinen, den gering verfügbaren Platz zu nutzen und die zur verfügung stehende/n Fläche/n vollständig mit Ecktöpfen zu bestücken. Doch bei der Kultur von Pflanzen mit erhöhter Wurzelempfindlichkeit und/oder erhöhter Anfälligkeit für bodenbürtige Pilzerreger (zB: Fusarium spec. oder Colletotrichum spec.) wie <a href="https://www.carniflor.de/cephalotus-pflegen/">Zwergkrüge (Cephalotus follicularis)</a>, Sumpfkrüge (Heliamphora spec.), Kannenpflanzen (Nepenthes spec.) aber auch <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfallen (Dionaea muscipula)</a>, kann diese Entscheidung in wärmeren und vor allem schwüleren Tagen mitunter fatale Folgen haben!<br />
Durch den hohen Engstand wird ein Luftaustausch zwischen den Töpfen und folglich auch ein wichtiger Kühlungsfaktor verhindert. Bei Kultur in Daueranstau wird darüber hinaus auch die Verdunstung von der Tischoberfläche stark eingeschränkt. Bei wurzelempfindlichen Pflanzen ist es demnach immer besser auf Rundtöpfe zurückzugreifen und die Töpfe einige wenige Zentimeter auseinanderzurücken. Ähnliches gilt für die Kultur am Fensterbank.</p>
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<p><strong>3.Welche Topffarbe ist die richtige Wahl?</strong></p>
<p>Da Materialien mit unterschiedlichen Oberflächenfarben die einwirkende Einstrahlung (vor allem in Form von Wärmestrahlung durch das Sonnen- oder Kunstlicht) unterschiedlich stark absorbieren und somit auch zu einer unterschiedlich starken Erwärmung des Substrates führen, kann man auch mit der Wahl der passenden Topffarbe entscheidenden Einfluss auf den Kulturerfolg nehmen. Schwarze Töpfe absorbieren mehr Wärmestrahlung als Terracottafarbene und eignen sich daher eher für wurzelunempfindliche Kulturen oder Spätsaaten, bzw. Stecklinge in den Herbstmonaten bis zum Pikieren im folgenden Frühjahr. Dieser Effekt lässt sich im Sommer ebenfalls hervorragend beim Tragen von schwarzen T-Shirts beobachten, in denen man merklich schneller schwitzt. (Die Innenräume schwarz lackierter Autos sind im Vergleich zu helleren Lackierungen im Sommer auch meist deutlich wärmer.) Vor allem im Gewächshaus oder bei Verwendung von Zusatzbelichtung mit starker Wärmestrahlung sollte dieser Umstand stets beachtet werden!</p>
<figure id="attachment_996" aria-describedby="caption-attachment-996" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-996 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6.jpg" alt="nepenthes-toepfe" width="1600" height="1145" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6.jpg 1600w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-300x215.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-1024x733.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-768x550.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-1536x1099.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-996" class="wp-caption-text">Grafik: Auch mit der Wahl des passenden Topfmodells lässt sich das Wachstum beeinflussen: Höher gezogene 9er Rundtöpfe eignen sich vor allem für wurzelempfindliche Kulturen; schwarze Töpfe absorbieren mehr Wärmestrahlung und eignen sich daher vor allem für Spätaussaaten und Anzuchten unter LED-Strahlern oder Leuchtstoffröhren.</figcaption></figure>
<p><strong>4. Wahl und Vorbereitung des Substrats</strong></p>
<p>Welches Substrat gewählt wird, hängt im allgemeinen von den Bodenansprüchen der jeweiligen Pflanze/n ab. Karnivoren wachsen allgemein auf nährstoffarmen, kalkfreien und daher sauren Böden, weshalb hier meist auf Substrate aus reinem Weißtorf oder Torfmischungen mit Sand, Kies und Perliten zurückgegriffen wird. Einige Züchter experimentieren auch mit torffreien Alternativen wie Pinienrinde, Vermiculit oder weiteren Ausgangsstoffen. Nur einige <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkrautarten (Pinguicula spec.)</a> kommen auch auf kalkhaltigen Böden vor und können deshalb auch hervorragend auf mineralischen Substraten kultiviert und mit Leitungswasser gegossen werden.</p>
<p>Als Ausgangsstoff dient in den meisten Fällen fast ausnahmslos ungedüngter, ungekalkter <a href="https://amzn.to/35CcS7m">Hochmoortorf (Weißtorf)</a><span style="color: #993300;">*</span> mit einem geringen Zersetzungsgrad (H2-H5). Bei stärkeren Zersetzungsgraden sind in der Torfsubstanz bereits zu viele Nährstoffe enthalten, wodurch der Torf für die meisten Karnivoren nicht zu empfehlen ist. Anschließend wird der Torf noch mit etwas kalkfreiem Quarzkies und Quarzsand (etwa 50:50) im Verhältnis 2 Teile Torf zu 1 Teil Sand/Kies aufgelockert. Der Sand- und der Kiesanteil sorgen dafür, dass das Torfsubstrat, welches eine sehr starke Wasserhaltekraft besitzt, etwas aufgelockert wird und die Substratfeuchte etwas besser zu handhaben ist. Fertig ist das Standard-Substrat, welches für nahezu alle karnivoren Kulturen verwendet werden kann. Als weiterer optionaler Zuschlagsstoff dienen oft <a href="https://amzn.to/2TyDJeQ">Perlite</a><span style="color: #993300;">*</span>, ein bei etwa 1000°C aufgeblähtes Lavagestein, das den Luftanteil im Substrat deutlich erhöht. Beim Kauf der Perlite sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es sich um gartenbauliche Perlite handelt und nicht etwa um Produkte für den Baubereich (oft verwendet für Dämmungen), die unter Umständen für die Pflanzen schädliche Schadstoffe enthalten könnten.</p>
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</script></p>
<p>Für mexikanische Pinguicula empfiehlt sich eine mineralische Mischung aus Lava, Bims, Zeolith, Blähton, Sand/Kies und etwas Torf zur besseren Bindung und Wasserbindung. Fertige Ausgangsmischungen wie <a href="https://amzn.to/3e3b4YO">Lechuza<span class="st">®-</span>Pon</a><span style="color: #993300;">*</span> und <a href="https://amzn.to/2TBiNUo">Seramis<span class="st">®</span></a><span style="color: #993300;">*</span> (Kakteen und Sukkulenten) eignen sich hierbei hervorragend. Beide Substrate sollten zu gleichen Teilen kombiniert und anschließend mit der Mischung des Basis-Substrates (ohne Perlite) im Verhältnis 3:1 vermischt werden.<br />
Europäische Pinguicula sollten durch die Knospenbildung und der Ausbildung teils dickfleischiger Wurzeln eher in organischen Substraten kultiviert werden. Die oben genannte Basis-Mischung für alle Karnivoren kann auch hier problemlos verwendet werden. Bei kalkliebenden Arten (wie P. vallisneriifolia) sollte die Basis-Mischung noch mit etwa 50% <a href="https://amzn.to/3kDtj9Q">Anzuchterde</a><span style="color: #993300;">*</span> oder Kakteenerde ergänzt werden, vor allem wenn dem Substrat kein Kalk in Form von <a href="https://amzn.to/2Hypl45">Dolomitkalk</a><span style="color: #993300;">*</span> oder gemahlenen Muschelschalen zugegeben wird.</p>
<figure id="attachment_963" aria-describedby="caption-attachment-963" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-963 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis.jpg" alt="töpfe" width="1600" height="1537" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis.jpg 1600w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-300x288.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-1024x984.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-768x738.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-1536x1476.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-963" class="wp-caption-text">Grafik: Gut getopft ist halb gewonnen! Die Töpfe werden stets bis zum oberen Rand befüllt, das Substrat jedoch nie angedrückt, sondern nur angeklopft!</figcaption></figure>
<p><strong>5. Befüllung der Töpfe &amp; Setzen der Pflanzen</strong></p>
<p>Nachdem die Wahl des Substrates und des passenden Topfmodells gefallen ist, kann mit dem eigentlichen Topfen und dem Befüllen der Töpfe begonnen werden. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das verwendete (kulturfeuchte!) Substrat niemals in die Töpfe gepresst werden darf! (Wir können an dieser Stelle nur nocheinmal betonen, dass ein gut befeuchtetes Substrat zwar zusammenhält, jedoch nicht klebt und keine Ballen oder Klumpen bildet.) Vielmehr wird die Mischung vorsichtig in den Topf gegeben, sodass sich an der Oberfläche ein leichter Haufen bildet, der mit der Handfläche abgestrichen wird. Anschließend werden die Töpfe aus ungefähr 10 cm Höhe etwa 5-10 mal leicht kraftvoll auf den Tisch geklopft, damit sich das Substrat schonend setzen kann. Dieser Vorgang wird anschließend 2-3 mal wiederholt, bis der Topf zum oberen Rand gefüllt ist. Auch hier wird der überschüssige Rest vorsichtig und ohne jeglichen Druck oder pressen des Substrates abgestrichen.</p>
<p>Anschließend kann mit der Bepflanzung begonnen werden. Am besten eignet sich hierfür ein <a href="https://amzn.to/34Do3xs">Pikierstab<span style="color: #993300;">*</span></a> für den Gartenbau oder als Low-Budget-Variante der Stiel eines längeren Rundpinsels aus der Bastelabteilung. Die Finger reichen im Notfall jedoch auch. In der Mitte des Topfes wird mit Hilfe des Pikierstabs ein einige Zentimeter großes Loch im Substrat geschaffen, in dem die Pflanze anschließend eingesetzt wird. Anschließend wird dieses natürlich noch mit Hilfe des Pikierstabs und dem umliegenden Substrat verschlossen. Die Töpfe können nun außen anklebenden Substratresten gereinigt und die geliebte Sammlung verbracht werden. Natürlich sollte man auch niemals vergessen die Pflanzen anschließend ersteinmal gründlich zu wässern!</p>
<p>Bei größeren Pflanzen, bzw. größeren Wurzelballen ist es ratsam den Topf vorerst nur halb oder zu 2/3 zu füllen, anschließend die Pflanze einzusetzen und das restlich benötigte Substrat von oben nachzufüllen. Auch hier sollte jedoch niemals angedrückt, sondern lediglich geklopft werden, damit sich das Substrat schonend setzt!<br />
Um Sternmoosbefall auf der Topfoberfläche vorzubeugen, können die Töpfe (bei der Kultur von Karnivoren) anschließend auch mit etwas lebendem Sphagnum-Torfmoos bestückt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-959 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920.jpg" alt="potting" width="1920" height="1320" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920.jpg 1920w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-300x206.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-1024x704.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-768x528.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-1536x1056.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><br />
Grafik: Ein häufiger Fehler bei vielen Kulturen! Oftmals werden Substrate viel zu trocken oder zu nass getopft und nur unvollständig befüllt! Die optimale Kulturfeuchte zum Topfen ist erreicht, wenn das Substrat zwar regelmäßig durchfeuchtet ist, jedoch nicht aneinander klebt und keine Klumpen oder Ballen bildet.</p>
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<p><strong>6. Spezialfälle</strong></p>
<p><strong>a) Saatschalen &amp; Multizellplatten<br />
</strong></p>
<p>Durch ihre geringe Höhe und der großen, relativ unhandlichen Breite vieler Saatschalen-Modelle, ist es schwierig, bzw. praktisch fast unmöglich die Substrate in solchen Modellen wie bei Topfkultur durch Klopfen der Behälter schonend zu setzen. Saatschalen sollten daher stets einige Zeit (etwa 1-2 Wochen) vor der Aussaat oder der Bestückung vorbereitet werden. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Substrate in den Schalen während dieser Zeit niemals austrocknen dürfen!</p>
<p><strong>b) Tontöpfe, Slack&#8217;sche Methode<br />
</strong></p>
<p>Tontöpfe (unlackiert) verfügen materialbedingt über die Fähigkeit Wasser über die Topfwände zu verdunsten und eignen sich daher vor allem, bzw. eher für Pflanzen mit erhöhter Wurzelempfindlichkeit, denen größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Pflanzen mit erhöhtem Wasserbedarf oder langzeitigem Daueranstau sind eher nicht für Tontöpfe zu empfehlen. Vor allem bei der Kultur von Kobralilien (Darlingtonia californica) erfreuen sich Tontöpfe jedoch großer Beliebtheit. Die Pflanzen werden hier meist nach der sogenannten Slack&#8217;schen Methode gepflanzt, bei der ein Tontopf einige Zentimeter am Boden mit Blähton aufgefüllt wird, bevor ein weiterer Topf (nächstkleinerer Topfgröße) eingesetzt und die seitlichen Hohlräume ebenfalls mit Blähton ausgefüllt werden. Der mittlere Topf wird anschließend mit normalem Karnivoren-Substrat befüllt und bepflanzt. Eine zusätzliche Schicht lebendes Sphagnum sorgt für Schutz der Substratoberfläche. Durch die doppelte Topfung werden Substrat und Wurzeln nicht nur besser von der Einstrahlung geschützt, unter Umständen wird auch eine bessere Verdunstungskühlung erzielt.<br />
Nachteile von Tontöpfen liegen vor allem im hohem Eigengewicht der Gefäße (das bei Outdoor-Kultur auch stark vorteilhaft sein kann), welches es erschwärt das Substratgewicht, bzw. den Substratschwerpunkt und somit die Wassersättigung und den daraus folgenden Wasserbedarf und Gießzeitpunkt zu ermitteln. Zudem kann zu feuchte Substrathaltung oder zu feuchte Umgebungstemperatur zum Schimmelbefall an der Außenseite der Töpfe führen. Die Wahl von Tontöpfen sollte daher stets mit Bedacht erfolgen!</p>
<p><strong>b) Probleme mit Moos-Verdichtungen<br />
</strong></p>
<p>Bei Problemen mit Moospopulationen (vor allem Sternmoos) auf der Substratoberfläche sollte vor allem mit physikalischen Methoden entgegengewirkt werden, um eine Vermoosung vorzubeugen.<br />
Stark befallene Töpfe sollten schnellstmöglich umgetopft werden, da eine starke Vermoosung eine extreme Verdichtung der Substratoberfläche und foglich auch einen stark gestörten Luftaustausch zur Folge hat. Neben der Abdeckung mit Sphagnum als Begleitwuchs, wirken Sand und Pinienrinde recht gut gegen Mooswuchs. Allerdings sollte Sand nur bei wärmeunempfindlichen Kulturen eingesetzt werden, da dieser die Lichtenergie stärker absorbiert und sich dadurch schneller erwärmt. Bei empfindlichen Kulturen wie Cephalotus oder Darlingtonia kann dies an Hitzetagen bereits zu starken Schäden oder zum schnellen Absterben der Pflanzen führen.<br />
Einen weiteren Überblick über die verschiedenen Methoden gegen Moos-Bewuchs findet ihr auch im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pfuWVNYPpdI">Video</a> unseres Kollegen von Green Jaws.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="#120 Die richtige Substratabdeckung - Pinienrinde, Quarzsand und Co" width="880" height="495" src="https://www.youtube.com/embed/pfuWVNYPpdI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur- und Quellenangaben</strong></p>
<p>1] ANON. (?): Kultur von Orchideen &#8211; 2.Substrate (Thema des Gruppenabend vom 6.April 2012) &#8211; Deutsche Orchideen-Gesellschaft ev. &#8211; Orchideen-Gruppe Donau-Iller. Web-Artikel. (16.08.2020 &#8211; 23:27 Uhr). http://www.orchidee-donau-iller.de/html/sonstiges/Themen.htm</p>
<p>2] HOFFMANN, G. (1991): VDLUFA-Methodenbuch Band I. Die Untersuchung von Böden. VDLUFA-Verlag, Darmstadt, 4. Aufl.</p>
<p>3] CAROW, FÜRST (1998): Fleischfressende Pflanzen &#8211; Artenübersicht &#8211; Kultur &#8211; Vermehrung. Verlag Thomas Carow, 11. Auflage.</p>
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		<title>Grundregeln der Pflege von fleischfressenden Pflanzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 14:01:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Grundregeln der Pflege von fleischfressenden Pflanzen Oftmals stößt man auf das Gerücht, dass fleischfressende Pflanzen als botanische Raritäten zu den</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/grundregeln-der-pflege-von-fleischfressenden-pflanzen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Grundregeln der Pflege von fleischfressenden Pflanzen</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Grundregeln der Pflege von fleischfressenden Pflanzen</h3>
<p>Oftmals stößt man auf das Gerücht, dass fleischfressende Pflanzen als botanische Raritäten zu den schwer zu pflegenden Pflanzen gehören, was oft mit kläglichen Erinnerungen an etliche zum Scheitern verurteilte Versuche im Kindesalter verbunden ist, verschiedene Venusfliegenfallen am Fensterbrett großzuziehen. So handelt es sich bei vielen Karnivoren bis heute lediglich oft um &#8222;Gag-Geschenke&#8220;, deren Potentiale in der Garten- und Wohnraumgestaltung weit unterschätzt werden. Dabei ist die Haltung vieler Karnivoren im Grunde ganz einfach, denn die grundlegenden Regeln der Pflege lassen sich an einer Hand abzählen &#8211; versprochen!</p>
<figure id="attachment_713" aria-describedby="caption-attachment-713" style="width: 2560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-713 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125.jpg" alt="zwergkrüge" width="2560" height="979" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125.jpg 2560w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125-300x115.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125-1024x392.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125-768x294.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125-1536x587.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/DSC_0813-scaled-e1586133207125-2048x783.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-713" class="wp-caption-text">Grafik: Der aus Australien stammende Zwergkrug ist mit seinen Fallgruben vor allem auf kleine Ameisen-Arten spezialisiert.</figcaption></figure>
<p><strong>1) kalkfreies, nährstoffarmes Gießwasser</strong></p>
<p>Der ausschlaggebende Grund, warum viele fleischfressende Pflanzen wie die <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfalle</a> (<em>Dionaea muscipula</em>) oder der <a href="https://www.carniflor.de/sonnentau-pflegen/">Sonnentau</a> (<em>Drosera</em> spec.) oft bereits nach kürzester Zeit das Zeitliche segnen, liegt (neben einem zu dunklem Standort) meist im verwendeten Gießwasser. Bis auf einige <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter</a> (<em>Pinguicula</em> spec.) vertragen Karnivoren nämlich keinerlei Kalk, der im Leitungswasser vieler Regionen Deutschlands leider sehr stark präsent ist. Besser sollte auf Regenwasser oder destilliertes Wasser zurückgegriffen werden. Dieses ist nicht nur frei von Kalk, sondern enthält auch kaum, bzw. keinerlei Nährstoffe, wie es fleischfressende Pflanzen, die auf saure, nährstoffarme Böden angepasst sind, benötigen. Das Substrat sollte stets feucht gehalten werden, einige Arten vertragen auch einen leichten Daueranstau. Auf eine Düngung der Pflanzen kann und sollte also auf jeden Fall verzichtet werden. Etliche für Düngemittel genutzte, endliche Ausgangstoffe wie Kali-Salze und Phosphate werden somit nicht benötigt. Auch eine Fütterung der Pflanzen ist nicht zwingend erforderlich, kann aber wachstumsfördernd wirken. Für Arten mit unbeweglichen Fallen wie die Kannenpflanze (<em>Nepenthes</em> spec.), der Sumpfkrug (<em>Heliamphora</em> spec.) oder <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter</a> kann man auf handelsübliches Fischfutter in Flockenform zurückgreifen. Hierzu werden die Flocken einfach zu feinem Staub zermahlen und in geringen Mengen in die Fallen gegeben. Bei Arten mit beweglichen Fallen wie die <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfalle</a> und einige Sonnentauarten sollte jedoch auf kleineres Lebendfutter zurückgegriffen werden, da die Fallenmechanismen sonst teilweise nur unvollständig ausgelöst werden und die Beute folglich nutzlos verschimmelt.</p>
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<p><strong>2) vollsonniger Standort, Luftfeuchtigkeit<br />
</strong></p>
<p>Ein Großteil aller Karnivoren benötigt einen vollsonnigen Standort für optimale Fallenbildung, Ausfärbung und/oder Betauung. In der Wohnung sollte vorzugsweise ein Südfenster mit starkem Lichteinfall gewählt werden. Lediglich <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter</a> können auch an schattigeren Plätzen gehalten werden.<br />
Stehen diese Bedingungen nicht zur Verfügung, könnte für eine langfristige Kultur die Verwendung von speziell auf Pflanzen ausgelegter Zusatzbelichtung nötig sein. Wer sich genauer mit der Thematik der Belichtung beschäftigen will, findet auf unserer Seite auch einen detaillierten Überblick über die <a href="https://www.carniflor.de/grundlagen-zur-belichtung/">Grundlagen der Belichtung von Pflanzen</a>.<br />
Bezüglich der Luftfeuchtigkeit haben nur einige Gattungen derartig erhöhte Ansprüche, dass eine Haltung im Terrarium oder Gewächshaus nötig ist. Venusfliegenfallen, Sonnentau, <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter</a>, Schlauchpflanzen (<em>Sarracenia</em> spec.) und Kobralilien (Darlingtonia californica) sind nicht für das Terrarium geeignet. Bleibt bei <a href="https://www.carniflor.de/sonnentau-pflegen/">Sonnentauarten</a> die Taubildung aus, handelt es sich meist um Lichtmangel. <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfallen</a>, Schlauchpflanzen, Kobralilien und einige <a href="https://www.carniflor.de/sonnentau-pflegen/">Sonnentau-</a> sowie <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkrautarten</a> gelten als winterhart und sollten bestmöglich außerhalb der Wohnung im Garten oder auf dem Balkon im Moor-Kasten kultiviert werden. Andere Gattungen wie der Zwergkrug (Cephalotus follicularis) oder die Wanzenpflanze (Roridula spec.) benötigen eine frostfreie, jedoch sehr luftige Kultur.<br />
Für eine <a href="https://www.carniflor.de/karnivoren-terrarium/">Terrarienhaltung</a> empfehlen sich vor allem Gattungen wie der Sumpfkrug (<em>Heliamphora</em> spec.), die Kannenpflanze (<em>Nepenthes</em> spec.) oder auch einige Wasserschläuche (<em>Utricularia</em> spec.) mit entsprechender Begleitvegetation und Sphagnum-Torfmoosen als Deko-Element.</p>
<figure id="attachment_64" aria-describedby="caption-attachment-64" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-64 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/venus-flytrap-1531345_1920-e1572904716726.jpg" alt="dionaea_muscipula" width="960" height="720" /><figcaption id="caption-attachment-64" class="wp-caption-text">Grafik: Die Venusfliegenfalle ist voll winterhart und sollte daher ganzjährig im Freien kultiviert werden.</figcaption></figure>
<p><strong>3) saures Substrat</strong></p>
<p>Die Grundlage für jedes Karnivoren-Substrat bietet reiner, ungedüngter Weißtorf (Hochmoortorf) mit dem Zersetzungsgrad H2-H5. Je nach Art und Züchter unterscheiden sich die Substrate leicht voneinander. Oftmals werden jedoch Mischungen aus Torf, Perlite und kalkfreiem Quarz-Sand (im Verhältnis: 2:1:1) verwendet.<br />
Bei der Anmischung und Bepflanzung sollte das Substrat gleichmäßig durchfeuchtet, aber keinesfalls durchnässt sein. Gärtner sprechen hierbei von &#8222;kulturfeuchtem Substrat&#8220; &#8211; Bildet das Substrat beim Vermischen Klumpen ist es bereits zu feucht. Um eine ausreichende Lockerheit zu gewährleisten, werden die Gefäße beim Befüllen auch stets nur leicht angeklopft und die Substratoberfläche niemals angedrückt! Da es sich bei den meisten Arten um Tiefwurzler handelt, schadet es auch nicht recht tiefe Töpfe zu verwenden, allerdings sollte man die Topfgröße verhältnismäßig zur Größe der Pflanze wählen. Übermäßig große Töpfe führen ebenso wie enge Töpfe schnell zu einer ungünstigen und folglich oft kritischen Handhabung der Wasserversorgung.<br />
Um die Substratoberfläche vor der erwärmenden Wirkung der Einstrahlung zu schützen und den Zierwert etwas zu steigern, wird die Topfoberfläche rund um die Pflanzen oftmals mit <a href="https://www.carniflor.de/sphagnum-zuechten/">Torfmoosen (<em>Sphagnum</em> spec.)</a> bepflanzt. Vor allem bei Kannenpflanzen nutzt man Sphagnum auch zur Bewurzelung von Stecklingen, da es die Fähigkeit aufweist, bei relativ hoher Luftdurchlässigkeit ausreichend stark Wasser zu speichern. Auch bei einigen Orchideen-Züchtern ist getrocknetes Sphagnum daher ein beliebtes Medium. Lebende <a href="https://www.carniflor.de/sphagnum-zuechten/">Torfmoose</a> wirken während des Wachstums darüber hinaus versauernd auf ihre Umgebung &#8211; ideal für Karnivoren und viele andere Pflanzen, die saures Milieu bevorzugen!</p>
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<p><strong>4) Temperatur und Winterruhe</strong></p>
<p>Ein weiterer Punkt in der Haltung von Karnivoren stellt die Temperaturführung dar. Während einige tropische Arten, ganzjährig und ganztägig warm kultiviert werden müssen, gehen andere Gattungen und Arten in den Wintermonaten eine Ruhephase ein, in der entweder das Wachstum stark stagniert oder Überdauerungsorgane in Form von Hibernakula gebildet werden, die keine karnivore Funktion erfüllen. Vor allem bei Fettkräutern ist dieser Wandel sehr spannend. Die zahlreichen, quirligen Blüten erscheinen hier, sofern es sich nicht um ganzjährig blühende Arten handelt, meist direkt aus der Winterrosette. Auch Zwergkrüge, die wie Fettkräuter bei etwa 5°C überwintert werden sollten, bilden in den kühleren Monaten nicht karnivore Blätter aus.<br />
Während Schlauchpflanzen in milderen Monaten noch blattähnliche Gebilde, sogenannte Phyllodien bilden, überdauern sie wie Venusfliegenfallen in kälteren Wintermonaten in dicken Rhizomen. Beide Gattungen sind, auch wenn es an dieser Stelle erst einmal überraschen mag, voll winterhart! Betrachtet man das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Gattungen im Südosten der USA mit den zugehörigen Klimadiagrammen, erscheint diese Tatsache jedoch gar nicht mehr so abwegig.<br />
Eine Besonderheit stellt die Kultur von Kannenpflanzen dar, die man je nach Vorkommen in Hochland- und Tieflandarten unterscheidet. Während Tieflandarten ganzjährig-ganztägig warm und feucht gehalten werden können, benötigen aus Hochlandregionen stammende Nepenthesarten erzwingenderweise Nachtabsenkungen der Temperatur im Bereich von 10-15°C.<br />
Auch viele Sumpfkrugarten benötigen für eine erfolgreiche Kultur diese täglichen Temperaturschwankungen. Die in vielen Gartencentern und Baumärkten erhältlichen Hybriden sind in dieser Hinsicht jedoch sehr tolerant und können auch ohne diese Temperaturabsenkung erfolgreich kultiviert werden.</p>
<figure id="attachment_704" aria-describedby="caption-attachment-704" style="width: 2500px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-704 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola.jpg" alt="pinguicula-winterruhe" width="2500" height="2500" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola.jpg 2500w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-1024x1024.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-768x768.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-1536x1536.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/04/gypsicola-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2500px) 100vw, 2500px" /><figcaption id="caption-attachment-704" class="wp-caption-text">Grafik: Pinguicula gypsicla in Winterruhe. Im Sommer entstehen die seitlich noch recht gut sichtbaren länglichen karnivoren Blätter, während sich im Winter zur Überdauerung eine kompakte Rosette bildet.</figcaption></figure>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p>Wie wir sehen gestaltet sich die Pflege &#8222;fleischfressender&#8220; Pflanzen mit ein wenig Recherche gar nicht so kompliziert. Hauptsächlich sollte darauf geachtet werden, dass Karnivoren an möglichst vollsonnigen Standorten kultiviert werden und die Bewässerung ausschließlich mit kalkfreiem, nährstoffarmen Wasser (wie Regenwasser, destilliertem Wasser oder Osmose-Wasser) erfolgt. Während <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfallen,</a> Kobralilien und Schlauchpflanzen als winterharte Gattungen einen besonderen Hingucker für das Moorbeet bilden, eignen sich Kannenpflanzen, Sumpfkrüge oder Wasserschläuche vor allem für die Terrarienkultur. Speziellere Kannenpflanzen- und Sumpfkrugarten benötigen jedoch eine nächtliche Absenkung der Temperatur von etwa 10°C.<br />
Muss die Pflanze einmal umgetopft werden, eignen sich Mischungen aus ungedüngtem Weißtorf mit Perlite und Sand (im Verhältnis 2:1:1).</p>
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