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	<title>Kultur Archive - CARNIFLOR</title>
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	<title>Kultur Archive - CARNIFLOR</title>
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		<title>Blattläuse erfolgreich bekämpfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 20:00:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Blattläuse erfolgreich bekämpfen &#8211; Alles über die Vermehrung und Bekämpfung von Blattläusen Die Blattlaus gehört zu den bedeutendsten Schädlingen in</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/blattlaeuse-erfolgreich-bekaempfen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Blattläuse erfolgreich bekämpfen</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/blattlaeuse-erfolgreich-bekaempfen/">Blattläuse erfolgreich bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Blattläuse erfolgreich bekämpfen &#8211; Alles über die Vermehrung und Bekämpfung von Blattläusen</h3>
<p>Die Blattlaus gehört zu den bedeutendsten Schädlingen in der Kultur von Pflanzen. Bei vielen Pflanzen kann ein Befall zu starken Schäden führen, der sich meist durch Deformationen im Blattwuchs oder gar gänzlichen Verkrüppelungen von Neuaustrieben äußert. In diesem Beitrag wollen wir daher erklären, wie Blattläuse leben und sich vermehren und darüber hinaus natürlich auch auf einige Bekämpfungsmethoden eingehen.</p>
<h4><strong>Schadbilder &amp; Erscheinungsformen</strong></h4>
<p>Blattläuse gehören zu den stechend-saugenden Insekten. Mit ihren Mundwerkzeugen zapfen sie die Pflanzen (beziehungsweise die Assimilat-transportierenden Leitungsbahnen &#8211; das Phloem) gezielt an, um den enthaltenden Pflanzensaft auszusaugen. Dabei besteht neben der Gefahr von Entwicklungsstören und Deformationen auch ein erhöhtes Risiko für die Übertragung und anschließende Infektion mit Bakterien und Viren, für die Blattläuse als Vektoren dienen. Die Besiedlung erfolgt demnach vorwiegend an Blättern, Blüten und Stängeln. Einige Arten siedeln sich jedoch auch im Wurzelbereich an.<br />
In Europa existieren derzeit etwa 800 verschiedene Blattlausarten. Diese erscheinen meist oval oder sackförmig, sind 1-7mm lang und können artspezifisch in verschiedensten Farben, meist grün oder gelblich, aber auch in braun, rot oder gar schwarz auftreten. Außerdem besitzen Blattläuse drei Beinpaare (6 Beine) und 1 Fühlerpaar. Am Hinterleib (Abdomen) befinden sich darüber hinaus noch röhrenartige Ausstülpungen, die als Siphonen bezeichnet werden und zur Absonderung von Abwehrpheromonen und Honigtau, den zuckerhaltigen und daher stark klebrigen Ausscheidungen der Läuse, dienen. Da in einer Art jeweils verschiedene Erscheinungsformen (Morphen) existieren, ist eine genaue optische Bestimmung für den Laien meist kaum möglich. Viele Blattlausarten haben sich allerdings auch auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, wodurch die Bestimmung etwas konkretisiert werden kann.<br />
Die meisten Blattläuse pflegen eine diözische Lebensweise. Sie vollziehen also innerhalb des Jahres einen Wirtswechsel zwischen unterschiedlichen Pflanzenarten.</p>
<figure id="attachment_1201" aria-describedby="caption-attachment-1201" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1201 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1024x576.png" alt="erscheinungsformen-von-blattlaeusen" width="1024" height="576" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1024x576.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1536x864.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1201" class="wp-caption-text">Abbildung: Blattläuse können in zahlreichen Farben auftreten. Die bekanntesten Arten sind grün, gelblich oder schwarz.</figcaption></figure>
<p>Neben der Saugtätigkeit der Blattläuse kann eine zunehmende Verschmutzung mit Honigtau darüber hinaus zu einemm Befall von Rußpilzen führen, die sich zwar hauptsächlich von der stark zuckerhaltigen Lösung ernähren, allerdings eine deutliche optische Beeinträchtigung darstellen.<br />
Bemerkenswert ist auch, dass zwischen Ameisen und Blattläusen eine Art Symbiose zu herrschen scheint, da sich viele Ameisenarten ebenfalls mit Vorliebe von dem zuckerhaltigen Honigtau ernähren und die Blattlauskolonien im Gegenzug pflegen, schützen und deren Verbreitung unterstützen. Vereinfacht könnte man daher fast sagen, die Ameise hält sich die Blattlaus, wie der Mensch die Milchkuh.</p>
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<h4><strong>Vermehrung von Blattläusen</strong></h4>
<p>Die Vermehrung von Blattläusen gestaltet sich recht kompliziert, da sie sowohl gewöhnlich über die Eiablage, als auch über Lebendgeburten, der sogenannte Jungfernzeugung oder Parthenogenese erfolgt. Den Kreislauf der ungeschlechtlichen Vermehrung bezeichnet man auch als Anholozyklus (den unvollständigen Zyklus). Doch dazu später etwas mehr.</p>
<h4><strong>Holozyklus (vollständiger Zyklus)</strong></h4>
<p>Zunächst beginnt die Vermehrung der Blattläuse mit dem Schlupf der Stammmutter (Fundatrix) aus den überwinternden Eiern im Frühjahr, die bereits die ersten Nachkommen gebärt. Diese beginnen bereits jetzt mit der ungeschlechtlichen Fortpflanzung und erzeugen über den Sommer mehrere, ausschließlich weibliche Generationen, die auch als Virgines bezeichnet werden. Sind die Entwicklungsbeidungen für diese Generationen besonders gut und die „Oper-Pflanze“ besonders stark besiedelt, bilden einige der Blattläuse daraufhin zunächst Flügelpaare aus, mit denen sie weitere Pflanzen besiedeln und somit auch den Wirt vom Winterwirt zum Sommerwirt wechseln, während die restlichen Tiere verbleiben. Man bezeichnet diese wirtswechselnden Generationen in der Fachwelt auch gerne als Migrantes. Auf den Sommerwirten, die meist einen hohen Gehalt an Aminosäuren aufweisen, kann sich dieser Vorgang anschließend noch mehrfach wiederholen.<br />
Im Verlaufe des Herbstes beginnt, gesteuert durch Tageslänge und Temperatur, nun auch die sexuelle Vermehrung. Die teils beflügelten, teils unbeflügelten Geschlechtstiere werden auch als Sexupare bezeichnet und erzeugen wiederrum die nächste Generation an Eiern, die bis zum darauffolgenden Frühling überwintern.</p>
<p>Mit lediglich 7-14 Tagen Entwicklungszeit bis zum adulten (ausgewachsenen) Tier, weisen Blattläuse eine relativ kurze Entwicklungszeit auf, auf Grund derer sich in kürzester Zeit massive Befallsherde bilden können.</p>
<h4><strong>Anholozyklus (unvollständiger Zyklus)</strong></h4>
<p>Im Anholozyklus, bei der die Vermehrung ausschließlich asexuell über Jungfernzeugung (Parthenogenese) erfolgt, existiert kein Wirtswechsel. Die Virgines überwintern hierbei auf dem Sommerwirt. Da Blattläuse leider auch durch eine äußert starke Frostresistenz gekennzeichnet sind, werden die überwinternden Tiere lediglich bei anhaltenden Temperaturen ab etwa -11°C abgetötet. Bei besonders milden Wintern können im folgenden Frühjahr dann schon bereits beim Austrieb massive Schäden an den Pflanzen entstehen.</p>
<figure id="attachment_1202" aria-describedby="caption-attachment-1202" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-1202 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1024x577.png" alt="blattlaus-aufbau" width="1024" height="577" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1024x577.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1536x865.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1202" class="wp-caption-text">Abbildung: Die Blattlaus im Detail. Am Hinterleib (Abdomen) sind die Honigtau- und Pheromon-ausscheidenden Drüsen (Siphonen) deutlich zu erkennen.</figcaption></figure>
<h4><strong>Bekämpfung &#8211; Spritzmittel oder Nützlinge?</strong></h4>
<p>Bei der Beseitigung von Blattläusen muss auch bei der Wahl von Spritzmitteln nicht immer gleich zur chemischen Keule gegriffen werden.<br />
Aus Omas Garten bekannte Hausmittel oder handelsübliche Präparate auf Basis von Kaliseife, Raps- oder <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl</a><span style="color: #993300;">*</span>, welche meist auf ein Ersticken der Schädlinge, bzw. die Zerstörung der Atmungsorgane und der äußeren Zellstruktur abzielen, eignen sich meist ebenso gut zur Bekämpfung wie stärkere chemische Mittel. Wichtig ist lediglich eine frühzeitige Behandlung, welche nach 7-14 Tagen noch einmal wiederholt werden sollte, um etwaige überlebende oder neu angesiedelte Schädlinge oder deren Eier oder Larven zu erfassen!<br />
Ein Vorteil vieler Spritzpräparate ist die Möglichkeit der vollständigen Beseitigung der Schädlinge, welche beim Einsatz von Nützlingen meist nicht gegeben ist, da sich bei der erfolgreichen Anwendung von Nützlingen zumeist lediglich ein Ungleichgewicht zugunsten der Nützlinge einstellt. Eine komplette Schädlingsvernichtung ist mit dem Einsatz von nützlichen Antagonisten daher kaum möglich. Die Populationsdichte kann dann lediglich (wenn auch mitunter deutlich) unter der Schadschwelle gehalten werden.<br />
Entscheidet man sich trotz dessen für den Einsatz von Nützlingen, stehen mehrere potentielle Antagonisten („Gegenspieler“) zur Verfügung, die du saisonbedingt bei deinem Nützlings-Anbieter des Vertrauens erhältst (unsere persönliche Empfehlung: <a href="https://www.katzbiotech.de/">Katz-Biotech</a>). Vor der Anwendung solltest du allerdings die Temperaturverträglichkeit kontrollieren, da die Nützlingsanwendung auch eine gewisse (artspezifische) Mindesttemperatur erfordert.</p>
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<h4><strong>Marienkäfer/Marienkäferlarven</strong></h4>
<p>Der wohl bekannteste Blattlaus-Antagonist ist der Marienkäfer, beziehungsweise dessen fraßfreudige Larven, die sich mit Vorliebe von Blattläusen ernähren. Auch unter den Marienkäfern existieren verschiedene Arten, die sich vor allem an der Anzahl ihrer Punkte und der Färbung unterscheiden lassen. Die Anzahl der Punkte eines Marienkäfers gibt also nicht wie irrtümlich weit verbreitet das Alter an, sondern ist vielmehr artabhängig. Der Siebenpunkt-Marienkäfer (<em>Coccinella septempunctata</em>) oder der Vierzehnpunkt-Marienkäfer (<em>Propylaea quatuordecimguttata</em>) sind in der Anwendung gegen Blattläuse am weitesten verbreitet.<br />
<a href="https://amzn.to/31LRDOY">Geliefert werden Marienkäfer</a><span style="color: #800000;">*</span> in Form von Larven in Waben oder als Eier auf kleinen Scheiben,  die es in den Bestand einzuhängen gilt. Nach dem Schlupf/nach der Verbreitung beginnen die hungrigen Larven sofort mit dem Fraß. Vor allem bei der Anzucht von Kannenpflanzen fallen viele der adulten Marienkäfer jedoch den relativ großen Fallenöffnungen zum Opfer, wodurch sie sich weniger zur längerfristigen Bekämpfung eignen. Ebenso ungünstig sind Pflanzen mit Klebefallen, wie der <a href="https://www.carniflor.de/sonnentau-pflegen/">Sonnentau (Drosera spec.)</a> oder das <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkraut (Pinguicula spec.)</a>.</p>
<p>Hast du schon einmal einen komplett schwarzen Marienkäfer in deinem Pflanzenbestand gesichtet? Sehr gut! Hierbei könnte es sich um den Spinnenmilben-Marienkäfer (<em>Stethorus punctillum</em>) handeln, der sich monophag (also ausschließlich) von Spinnmilben ernährt.<br />
Ein vermehrtes Auftreten dieser Art könnte also ein Indiz für die Anwesenheit von Spinnmilben sein, die du umgehend weiter bekämpfen solltest!</p>
<figure id="attachment_1203" aria-describedby="caption-attachment-1203" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-1203 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1024x684.jpg" alt="ameise-pflegt-blattlaus" width="1024" height="684" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1024x684.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-300x200.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-768x513.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1536x1026.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1203" class="wp-caption-text">Abbildung: Eine Ameise pflegt und &#8222;melkt&#8220; eine Blattlaus. Ameisen nutzen die Ausscheidungen der Blattläuse (Honigtau) als Nahrungsquelle, weshalb sie sie schützen und pflegen.</figcaption></figure>
<h4><strong>Florfliegenlarven</strong></h4>
<p>Neben den Marienkäfern stehen darüber hinaus die <a href="https://amzn.to/2Pyv3Xx">Larven der Florfliege</a><span style="color: #800000;">*</span> (<em>Chrysoperla carnea</em>) als effektive Bekämpfungsmethode zur Verfügung. Erwachsene Florfliegen, die nicht räuberisch leben, erscheinen grünlich mit zwei breiten, netzartigen Flügeln. Die Larven, die etwa einen Zentimeter Größe erreichen, erscheinen wiederrum gelblich-bräunlich gesprenkelt und besitzen zwei Zangen an den Mundöffnungen, mit denen die Beute gegriffen und ausgesaugt wird. Neben Blattläusen werden durch Florfliegenlarven auch eine Vielzahl an anderen Schädlingen erfasst, etwa Thripse, Spinnmilben, Zikaden (-Eier), Raupen und Schmierläuse. Adulte Florfliegen ernähren sich lediglich von Pollen, Honigtau und Nektar und tragen daher nicht direkt zur Bekämpfung der Schädlinge bei.<br />
Wie bei Marienkäfern erfolgt die Auslieferung in Form von Eiern oder Larven, die es in den Bestand einzuhängen gilt. Seltener erfolgt die Lieferung in Form von Einstreu.</p>
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<h4><strong>Gallmücken- und Schwebfliegenlarven</strong></h4>
<p>Ebenso gut eignen sich die Larven der Gallmücke (<em>Aphidoletes aphidimyza</em>) und der Schwebfliege (<em>Episyrphus balteatus</em>), die sich ausschließlich von Blattläusen ernähren.<br />
Während <a href="https://amzn.to/3fCpUs9">Schwebfliegen</a><span style="color: #800000;">*</span> eine ähnliche optische Gestalt wie Bienen und Wespen annehmen können, allerdings harmlos sind und sich darüber hinaus über die Fähigkeit charakterisieren, fliegend auf einer Stelle zu verharren, besitzen Gallmücken eher eine unscheinbare optische Gestalt, die normalen Stechmücken tatsächlich sehr nahe kommt.<br />
Im Gegensatz zu den anderen genannten Nützlingen werden diese Antagonisten allerdings meist auf lebendem Pflanzenmaterial oder in Streugut geliefert. Die Anwendung gestaltet sich jedoch ebenso unproblematisch und einfach, wie bei den anderen Anwendungsmethoden.</p>
<h4><strong>Schlupfwespen</strong></h4>
<p>Schlupfwespen besitzen wohl die außergewöhnlichste Methode zur Blattlausbekämpfung.<br />
Im Gegensatz zu den anderen eben genannten Antagonisten stehen die Blattläuse nämlich nicht etwa auf dem Speiseplan der Larven oder der adulten Tiere, die sie direkt angreifen und aussaugen.<br />
Die adulten Schlupfwespen fliegen die Blattläuse an und legen mit ihrem Legebohrer je ein Ei in die als Opfer auserkorene Blattlaus. In Folge dessen stirbt die Blattlaus ab und mumifiziert. Parasitierte und mumifizierte Blattläuse blähen anschließend auf und bekommen eine bräunlich erscheinende Hülle, aus denen sich die entwickelten Schlupfwespen mit in Form eines kleinen Lochs freischneiden. Parasitierte Blattlausmumien sind daher meist gut zu erkennen. Treten im Bestand bereits mumifizierte Blattlausmumien auf, sollte von einer Behandlung mit Spritzmitteln zum Wohle der Nützlinge zunächst abgesehen werden.<br />
Die <a href="https://amzn.to/3rMHa0k">Lieferung von Schlupfwespen</a><span style="color: #800000;">*</span> erfolgt meist als adultes Tier in einer Papiertüte. Diese muss nach Erhalt innerhalb der befallenen Kultur-Zone geöffnet und in den Bestand eingehängt werden, bevor die „vermehrungswütigen“ Tiere sofort mit der Suche nach einem geeigneten Ort zur Eiablage beginnen und die Schädlinge parasitieren.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Larven und adulten Tieren des Marienkäfers und der Florfliege, eignen sich Schlupfwespen auch besonders gut zur Bekämpfung von Blattläusen an Pflanzen mit Klebefallen oder relativ großen Fallenöffnungen, da sich die Tiere nicht direkt auf den Pflanzen bewegen und somit letztendlich deutlich weniger in die Gefahr geraten, in den Fallen zu verenden.</p>
<figure id="attachment_1204" aria-describedby="caption-attachment-1204" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1204 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1024x577.png" alt="verschiedene-nuetzlinge" width="1024" height="577" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1024x577.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1536x865.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1204" class="wp-caption-text">Abbildung: Verschiedene Nützlinge. Florfliege (oben links), Marienkäferlarve (oben rechts), Schlupfwespe (unten links), Schwebfliege (unten rechts).</figcaption></figure>
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<h4><strong>Zusammenfassung</strong></h4>
<p>Blattläuse gehören zu den verbreitetsten Pflanzenschädlingen und weisen neben einer ausgesprochen starken Frostresistenz auch einen komplexen Vermehrungszyklus auf. Neben der Vermehrung über Eier sind Blattläuse auch in der Lage, sich asexuell über die Jungfernzeugung (Parthenogenese) fortzupflanzen. Die Entwicklungszeit zum adulten Tier beträgt durchschnittlich lediglich 7-14 Tage. Die Bekämpfung gestaltet sich jedoch relativ einfach, sofern man einen Befall frühzeitig erkennt und anschließend unverzüglich Gegenmaßnahmen ergreift. Bei der Bekämpfung muss hierbei nicht immer unbedingt sofort zur chemischen Keule gegriffen werden. Spritzmittel auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #993300;">*</span></a> eignen sich ebenso gut zur totalitären Schädlingsvernichtung und besitzen darüber hinaus meist sogar eine Zulassung für den ökologischen Pflanzenbau.<br />
Entscheidet man sich allerdings für die komplett natürliche Bekämpfung der Blattläuse, kann der gezielte Einsatz von Nützlingen zu einer starken Unterdrückung der Schädlingspopulation führen, vorausgesetzt die Witterungsbedingungen ermöglichen eine effektive Etablierung der Antagonisten. Eine komplette Vernichtung der Blattläuse ist mit Nützlingen allerdings nicht zu erwarten, da sich beim Nützlings-Einsatz meist lediglich ein Ungleichgewicht zu Ungunsten der Schädlinge einstellt. Eine Kombination verschiedener Nützlinge scheint einer Untersuchung zu Folge, bis auf einzelne Ausnahmen, durch Konkurrenz zwischen den einzelnen Arten darüber hinaus auch keinen positiven Einfluss auf die stabile Vernichtung der Schädlingspopulation zu haben (WIETHOFF, 2005).<br />
Hat sich bereits ein relativ starker Schädlingsbefall etabliert oder ist eine unmittelbare Wirkung gewünscht, sollte in jedem Fall zunächst auf ein Spritzmittel zurückgegriffen werden, um eine längerfristige Schädigung der Pflanze bis zum Einsetzen der Wirkung der Antagonisten zu verhindern! Auch wenn die natürliche Schädlingsbekämpfung einige Abstriche und etwas Vorüberlegung erfordert, ist sie im Allgemeinen dennoch sehr empfehlenswert. Für welche Art der Bekämpfung man sich entscheidet, bleibt letztendlich jedoch jedem selbst überlassen.</p>
<p>Apropos Schädlingsbekämpfung! Wenn ständig kleine, schwarze Fliegen über deinen Pflanzen kreisen, hast du sicherlich einen Befall an Trauermücken! Wie du Trauermücken am besten (biologisch) Bekämpft, nämlich mit der Hilfe von winzigen Fadenwürmern (sogenannten Nematoden), erfährst du in unserem Beitrag zur <a href="https://www.carniflor.de/trauermuecken-biologisch-bekaempfen/">biologischen Bekämpfung von Trauermücken</a>!</p>
<hr />
<h4><strong>Literatur und Quellenangaben</strong></h4>
<p>ANON. (2014): Sachgerechter Pflanzenschutz in Haus- und Kleingarten. 4. Auflage. Pflanzenschutzamt Berlin.</p>
<p>ANON. (2020): Blattläuse. Hinweise zur Pflanzengesundheit Haus und Kleingarten. Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Referat 32.<br />
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Service/Hinweise+zur+Pflanzengesundheit [18.02.2021]</p>
<p>HOFFMANN, G. et al. (1994): Lehrbuch der Phytomedizin. Blackwell Wissenschafts-Verlag Berlin, 3. Auflage.</p>
<p>VILCINSKAS, A. (2016): Biology and Ecology of Aphids. Taylor &amp; Francis Group, LLC.</p>
<p>WIETHOFF, J. (2005): Einsatz von Nützlingskombinationen gegen Blattläuse und Thripse im Gemüsebau unter Glas. Genehmigte Dissertation zur Erlangung des Grades eines DOKTORS DER GARTENBAUWISSENSCHAFTEN (Dr. rer. hort.). Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Hannover.<br />
https://www.repo.uni-hannover.de/bitstream/handle/123456789/6682/490471374.pdf? [18.02.2021]</p>
<h4><strong>Verweise</strong></h4>
<p>http://www.hortipendium.de/Blattläuse</p>
<p>http://www.blattlaus.de/blattlaeuse.html</p>
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		<title>Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 20:40:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Karnivoren - fleischfressende Pflanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Topfen wie die Profis – Wie topft man (Karnivoren) richtig?! Neben den entscheidenen klimatischen Kulturfaktoren spielen auch die Handhabung und</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/topfen-wie-die-profis/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/topfen-wie-die-profis/">Topfen wie die Profis &#8211; Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Topfen wie die Profis – Wie topft man (Karnivoren) richtig?!</strong></h3>
<p>Neben den entscheidenen klimatischen Kulturfaktoren spielen auch die Handhabung und die Beschaffenheit des Substrates eine entscheidene Rolle für die Entwicklung der Pflanze/n. Doch oftmals stoßen wir &#8211; vor allem auf <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/carnivorousplants/">Instagram</a> &#8211; auf Bilder von Pflanzen, denen beim Topfen nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Neben unvollständig gefüllten Töpfen, ist ein zu klumpig angemischtes Substrat eine häufig begangene Fehlerquelle.<br />
Aus diesem Grunde möchten wir in diesem Beitrag eine detaillierte Anleitung zum professionellen Topfen geben, aber auch auf einige häufig anzutreffende Fehler eingehen. Wie du deine Karnivoren anschließend optimal im Anstau bewässerst und die Haltbarkeit deines Substrates verlängerst, erfährst du in unserem Beitrag zum Thema <a href="https://www.carniflor.de/anstaubewaesserung-bei-karnivoren/">Daueranstau bei Karnivoren</a>.</p>
<div align="center"><iframe loading="lazy" title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/EFTAjicm9gA" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></div>
<p><strong>1. Wahl der Töpfe</strong></p>
<p>Neben der Verwendung eines passenden Substrates, hat die Beschaffenheit des Topfes direkten Einfluss auf den Erfolg der Anzucht. Dies gilt nicht nur für Karnivoren, sondern ist für nahezu alle pflanzlichen Kulturen allgemeingültig. Während Pflanzen im Boden der natürlichen Umgebung verschiedenen, lokal sehr unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt sind und sowohl die Bodenbildung, als auch deren Erhaltung und die jeweiligen Bodenparameter (pH, Nährstoffgehalt, etc.) stark von mikrobiologischen und weiteren biotischen und abiotischen Prozessen abhängen, sind Kulturen in Topfkultur von Beginn an stark auf den Züchter angewiesen. Neben dem passenden pH-Wert, Nährstoffgehalt und der für die jeweilige Kultur entsprechenden Saugfähigkeit, bzw. Wasserhaltekraft des Substrates (wie lange braucht das Substrat um Wasser aufzunehmen und anschließend wieder abzutrocknen), ist unbedingt darauf zu achten die richtige Topfgröße UND die richtige Topfhöhe zu wählen.</p>
<p>Mit der Wahl der richtigen Gefäßhöhe lässt sich der Sauerstoffgehalt im Substrat und folglich auch der Kulturerfolg und die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich positiv beeinflussen! Gerade bei Kultur in Daueranstau , wie es für viele Karnivoren üblich ist, sollte aus diesem Grunde (wenn in der jeweiligen Breite verfügbar) unbedingt auf höhere Töpfe zurückgegriffen werden. Hierfür gibt es beispielsweise spezielle Töpfe mit 9 cm Breite und Höhe, statt der üblichen 7 cm Topfhöhe bei standartisierten 9er Rundtöpfen. Besonders bei verschiedenen Sonnentauarten ist das Wuchsbild in diesen Töpfen kräftiger und die Pflanzen erscheinen im Vergleich etwas gesünder und widerstandsfähiger.</p>
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<p>Der Unterschied erscheint zwar marginal, liefert in der Praxis jedoch deutliche Unterschiede in der Kultur. Wie die <a href="http://www.orchidee-donau-iller.de/html/sonstiges/Themen.htm">Donau-Iller Gruppe der deutschen Orchideen-Gesellschaft berichtet</a>, hängen sowohl der Wasser- als auch der Luftgehalt im Substrat direkt von der Topfhöhe ab [1]. Während ein 8 cm hoher Kulturtopf lediglich mit bis zu 7% Luft und bis zu 76% mit Wasser gesättigt sein kann, kann ein 10 cm hoher Topf bereits 13% Luftanteil und nur noch lediglich 70% Wassersättigung aufweisen, obwohl der Unterschied in der Topfhöhe lediglich 2 cm beträgt. Der Luftanteil im Substrat würde sich demnach also ausschließlich mit der Wahl einer gering höheren Topfgröße nahezu verdoppeln! Genau genommen liefert dieser Umstand auch eine der Ursachen für das bessere Wachstum von jungen Sämlingspflanzen, die nach der Saat regelmäßig pikiert werden. Vor allem bei der Aussaat von Venusfliegenfallen ist bei einer fehlenden Vereinzelung oft ein extrem verlangsamtes Wachstum zu beobachten. Möglicherweise kommt es sogar vor, dass einige Pflanzen für mehrere Jahre im Sämlingsstatium verbleiben!</p>
<table style="height: 253px;" width="1307">
<tbody>
<tr>
<td>Topfhöhe (cm)</td>
<td>Luftgehalt (%)</td>
<td>Wassergehalt (%)</td>
</tr>
<tr>
<td>2,5</td>
<td>2,5</td>
<td>82</td>
</tr>
<tr>
<td>8</td>
<td>7</td>
<td>76</td>
</tr>
<tr>
<td>10</td>
<td>13</td>
<td>70</td>
</tr>
<tr>
<td>18</td>
<td>19</td>
<td>64</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: left;">Tabelle 1: Abhängigkeit von Wasser- und Luftgehalt (in %) von der Topfhöhe (in cm). Quelle: Deutsche Orchideen-Gesellschaft (Gruppe Donau-Iller) [1]</p>
<p><strong>2. Rundtöpfe oder Ecktöpfe?</strong></p>
<p>Die Wahl des passenden Topfmodells hängt jedoch nicht nur von der gewählten Höhe ab, auch mit der Bauform (Rund- oder Ecktöpfe) kann man unter Umständen einen entscheidenden Einfluss auf den Kulturerfolg erzielen. Gerade in kleineren Gewächshäusern mag es zunächst sinnvoll erscheinen, den gering verfügbaren Platz zu nutzen und die zur verfügung stehende/n Fläche/n vollständig mit Ecktöpfen zu bestücken. Doch bei der Kultur von Pflanzen mit erhöhter Wurzelempfindlichkeit und/oder erhöhter Anfälligkeit für bodenbürtige Pilzerreger (zB: Fusarium spec. oder Colletotrichum spec.) wie <a href="https://www.carniflor.de/cephalotus-pflegen/">Zwergkrüge (Cephalotus follicularis)</a>, Sumpfkrüge (Heliamphora spec.), Kannenpflanzen (Nepenthes spec.) aber auch <a href="https://www.carniflor.de/venusfliegenfallen-pflegen/">Venusfliegenfallen (Dionaea muscipula)</a>, kann diese Entscheidung in wärmeren und vor allem schwüleren Tagen mitunter fatale Folgen haben!<br />
Durch den hohen Engstand wird ein Luftaustausch zwischen den Töpfen und folglich auch ein wichtiger Kühlungsfaktor verhindert. Bei Kultur in Daueranstau wird darüber hinaus auch die Verdunstung von der Tischoberfläche stark eingeschränkt. Bei wurzelempfindlichen Pflanzen ist es demnach immer besser auf Rundtöpfe zurückzugreifen und die Töpfe einige wenige Zentimeter auseinanderzurücken. Ähnliches gilt für die Kultur am Fensterbank.</p>
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<p><strong>3.Welche Topffarbe ist die richtige Wahl?</strong></p>
<p>Da Materialien mit unterschiedlichen Oberflächenfarben die einwirkende Einstrahlung (vor allem in Form von Wärmestrahlung durch das Sonnen- oder Kunstlicht) unterschiedlich stark absorbieren und somit auch zu einer unterschiedlich starken Erwärmung des Substrates führen, kann man auch mit der Wahl der passenden Topffarbe entscheidenden Einfluss auf den Kulturerfolg nehmen. Schwarze Töpfe absorbieren mehr Wärmestrahlung als Terracottafarbene und eignen sich daher eher für wurzelunempfindliche Kulturen oder Spätsaaten, bzw. Stecklinge in den Herbstmonaten bis zum Pikieren im folgenden Frühjahr. Dieser Effekt lässt sich im Sommer ebenfalls hervorragend beim Tragen von schwarzen T-Shirts beobachten, in denen man merklich schneller schwitzt. (Die Innenräume schwarz lackierter Autos sind im Vergleich zu helleren Lackierungen im Sommer auch meist deutlich wärmer.) Vor allem im Gewächshaus oder bei Verwendung von Zusatzbelichtung mit starker Wärmestrahlung sollte dieser Umstand stets beachtet werden!</p>
<figure id="attachment_996" aria-describedby="caption-attachment-996" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-996 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6.jpg" alt="nepenthes-toepfe" width="1600" height="1145" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6.jpg 1600w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-300x215.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-1024x733.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-768x550.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/09/hurre_veitch_6-1536x1099.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-996" class="wp-caption-text">Grafik: Auch mit der Wahl des passenden Topfmodells lässt sich das Wachstum beeinflussen: Höher gezogene 9er Rundtöpfe eignen sich vor allem für wurzelempfindliche Kulturen; schwarze Töpfe absorbieren mehr Wärmestrahlung und eignen sich daher vor allem für Spätaussaaten und Anzuchten unter LED-Strahlern oder Leuchtstoffröhren.</figcaption></figure>
<p><strong>4. Wahl und Vorbereitung des Substrats</strong></p>
<p>Welches Substrat gewählt wird, hängt im allgemeinen von den Bodenansprüchen der jeweiligen Pflanze/n ab. Karnivoren wachsen allgemein auf nährstoffarmen, kalkfreien und daher sauren Böden, weshalb hier meist auf Substrate aus reinem Weißtorf oder Torfmischungen mit Sand, Kies und Perliten zurückgegriffen wird. Einige Züchter experimentieren auch mit torffreien Alternativen wie Pinienrinde, Vermiculit oder weiteren Ausgangsstoffen. Nur einige <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkrautarten (Pinguicula spec.)</a> kommen auch auf kalkhaltigen Böden vor und können deshalb auch hervorragend auf mineralischen Substraten kultiviert und mit Leitungswasser gegossen werden.</p>
<p>Als Ausgangsstoff dient in den meisten Fällen fast ausnahmslos ungedüngter, ungekalkter <a href="https://amzn.to/35CcS7m">Hochmoortorf (Weißtorf)</a><span style="color: #993300;">*</span> mit einem geringen Zersetzungsgrad (H2-H5). Bei stärkeren Zersetzungsgraden sind in der Torfsubstanz bereits zu viele Nährstoffe enthalten, wodurch der Torf für die meisten Karnivoren nicht zu empfehlen ist. Anschließend wird der Torf noch mit etwas kalkfreiem Quarzkies und Quarzsand (etwa 50:50) im Verhältnis 2 Teile Torf zu 1 Teil Sand/Kies aufgelockert. Der Sand- und der Kiesanteil sorgen dafür, dass das Torfsubstrat, welches eine sehr starke Wasserhaltekraft besitzt, etwas aufgelockert wird und die Substratfeuchte etwas besser zu handhaben ist. Fertig ist das Standard-Substrat, welches für nahezu alle karnivoren Kulturen verwendet werden kann. Als weiterer optionaler Zuschlagsstoff dienen oft <a href="https://amzn.to/2TyDJeQ">Perlite</a><span style="color: #993300;">*</span>, ein bei etwa 1000°C aufgeblähtes Lavagestein, das den Luftanteil im Substrat deutlich erhöht. Beim Kauf der Perlite sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es sich um gartenbauliche Perlite handelt und nicht etwa um Produkte für den Baubereich (oft verwendet für Dämmungen), die unter Umständen für die Pflanzen schädliche Schadstoffe enthalten könnten.</p>
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</script></p>
<p>Für mexikanische Pinguicula empfiehlt sich eine mineralische Mischung aus Lava, Bims, Zeolith, Blähton, Sand/Kies und etwas Torf zur besseren Bindung und Wasserbindung. Fertige Ausgangsmischungen wie <a href="https://amzn.to/3e3b4YO">Lechuza<span class="st">®-</span>Pon</a><span style="color: #993300;">*</span> und <a href="https://amzn.to/2TBiNUo">Seramis<span class="st">®</span></a><span style="color: #993300;">*</span> (Kakteen und Sukkulenten) eignen sich hierbei hervorragend. Beide Substrate sollten zu gleichen Teilen kombiniert und anschließend mit der Mischung des Basis-Substrates (ohne Perlite) im Verhältnis 3:1 vermischt werden.<br />
Europäische Pinguicula sollten durch die Knospenbildung und der Ausbildung teils dickfleischiger Wurzeln eher in organischen Substraten kultiviert werden. Die oben genannte Basis-Mischung für alle Karnivoren kann auch hier problemlos verwendet werden. Bei kalkliebenden Arten (wie P. vallisneriifolia) sollte die Basis-Mischung noch mit etwa 50% <a href="https://amzn.to/3kDtj9Q">Anzuchterde</a><span style="color: #993300;">*</span> oder Kakteenerde ergänzt werden, vor allem wenn dem Substrat kein Kalk in Form von <a href="https://amzn.to/2Hypl45">Dolomitkalk</a><span style="color: #993300;">*</span> oder gemahlenen Muschelschalen zugegeben wird.</p>
<figure id="attachment_963" aria-describedby="caption-attachment-963" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-963 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis.jpg" alt="töpfe" width="1600" height="1537" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis.jpg 1600w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-300x288.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-1024x984.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-768x738.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/substrat_basis-1536x1476.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-963" class="wp-caption-text">Grafik: Gut getopft ist halb gewonnen! Die Töpfe werden stets bis zum oberen Rand befüllt, das Substrat jedoch nie angedrückt, sondern nur angeklopft!</figcaption></figure>
<p><strong>5. Befüllung der Töpfe &amp; Setzen der Pflanzen</strong></p>
<p>Nachdem die Wahl des Substrates und des passenden Topfmodells gefallen ist, kann mit dem eigentlichen Topfen und dem Befüllen der Töpfe begonnen werden. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das verwendete (kulturfeuchte!) Substrat niemals in die Töpfe gepresst werden darf! (Wir können an dieser Stelle nur nocheinmal betonen, dass ein gut befeuchtetes Substrat zwar zusammenhält, jedoch nicht klebt und keine Ballen oder Klumpen bildet.) Vielmehr wird die Mischung vorsichtig in den Topf gegeben, sodass sich an der Oberfläche ein leichter Haufen bildet, der mit der Handfläche abgestrichen wird. Anschließend werden die Töpfe aus ungefähr 10 cm Höhe etwa 5-10 mal leicht kraftvoll auf den Tisch geklopft, damit sich das Substrat schonend setzen kann. Dieser Vorgang wird anschließend 2-3 mal wiederholt, bis der Topf zum oberen Rand gefüllt ist. Auch hier wird der überschüssige Rest vorsichtig und ohne jeglichen Druck oder pressen des Substrates abgestrichen.</p>
<p>Anschließend kann mit der Bepflanzung begonnen werden. Am besten eignet sich hierfür ein <a href="https://amzn.to/34Do3xs">Pikierstab<span style="color: #993300;">*</span></a> für den Gartenbau oder als Low-Budget-Variante der Stiel eines längeren Rundpinsels aus der Bastelabteilung. Die Finger reichen im Notfall jedoch auch. In der Mitte des Topfes wird mit Hilfe des Pikierstabs ein einige Zentimeter großes Loch im Substrat geschaffen, in dem die Pflanze anschließend eingesetzt wird. Anschließend wird dieses natürlich noch mit Hilfe des Pikierstabs und dem umliegenden Substrat verschlossen. Die Töpfe können nun außen anklebenden Substratresten gereinigt und die geliebte Sammlung verbracht werden. Natürlich sollte man auch niemals vergessen die Pflanzen anschließend ersteinmal gründlich zu wässern!</p>
<p>Bei größeren Pflanzen, bzw. größeren Wurzelballen ist es ratsam den Topf vorerst nur halb oder zu 2/3 zu füllen, anschließend die Pflanze einzusetzen und das restlich benötigte Substrat von oben nachzufüllen. Auch hier sollte jedoch niemals angedrückt, sondern lediglich geklopft werden, damit sich das Substrat schonend setzt!<br />
Um Sternmoosbefall auf der Topfoberfläche vorzubeugen, können die Töpfe (bei der Kultur von Karnivoren) anschließend auch mit etwas lebendem Sphagnum-Torfmoos bestückt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-959 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920.jpg" alt="potting" width="1920" height="1320" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920.jpg 1920w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-300x206.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-1024x704.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-768x528.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/08/young-plants-4892085_1920-1536x1056.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><br />
Grafik: Ein häufiger Fehler bei vielen Kulturen! Oftmals werden Substrate viel zu trocken oder zu nass getopft und nur unvollständig befüllt! Die optimale Kulturfeuchte zum Topfen ist erreicht, wenn das Substrat zwar regelmäßig durchfeuchtet ist, jedoch nicht aneinander klebt und keine Klumpen oder Ballen bildet.</p>
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</script></p>
<p><strong>6. Spezialfälle</strong></p>
<p><strong>a) Saatschalen &amp; Multizellplatten<br />
</strong></p>
<p>Durch ihre geringe Höhe und der großen, relativ unhandlichen Breite vieler Saatschalen-Modelle, ist es schwierig, bzw. praktisch fast unmöglich die Substrate in solchen Modellen wie bei Topfkultur durch Klopfen der Behälter schonend zu setzen. Saatschalen sollten daher stets einige Zeit (etwa 1-2 Wochen) vor der Aussaat oder der Bestückung vorbereitet werden. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Substrate in den Schalen während dieser Zeit niemals austrocknen dürfen!</p>
<p><strong>b) Tontöpfe, Slack&#8217;sche Methode<br />
</strong></p>
<p>Tontöpfe (unlackiert) verfügen materialbedingt über die Fähigkeit Wasser über die Topfwände zu verdunsten und eignen sich daher vor allem, bzw. eher für Pflanzen mit erhöhter Wurzelempfindlichkeit, denen größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Pflanzen mit erhöhtem Wasserbedarf oder langzeitigem Daueranstau sind eher nicht für Tontöpfe zu empfehlen. Vor allem bei der Kultur von Kobralilien (Darlingtonia californica) erfreuen sich Tontöpfe jedoch großer Beliebtheit. Die Pflanzen werden hier meist nach der sogenannten Slack&#8217;schen Methode gepflanzt, bei der ein Tontopf einige Zentimeter am Boden mit Blähton aufgefüllt wird, bevor ein weiterer Topf (nächstkleinerer Topfgröße) eingesetzt und die seitlichen Hohlräume ebenfalls mit Blähton ausgefüllt werden. Der mittlere Topf wird anschließend mit normalem Karnivoren-Substrat befüllt und bepflanzt. Eine zusätzliche Schicht lebendes Sphagnum sorgt für Schutz der Substratoberfläche. Durch die doppelte Topfung werden Substrat und Wurzeln nicht nur besser von der Einstrahlung geschützt, unter Umständen wird auch eine bessere Verdunstungskühlung erzielt.<br />
Nachteile von Tontöpfen liegen vor allem im hohem Eigengewicht der Gefäße (das bei Outdoor-Kultur auch stark vorteilhaft sein kann), welches es erschwärt das Substratgewicht, bzw. den Substratschwerpunkt und somit die Wassersättigung und den daraus folgenden Wasserbedarf und Gießzeitpunkt zu ermitteln. Zudem kann zu feuchte Substrathaltung oder zu feuchte Umgebungstemperatur zum Schimmelbefall an der Außenseite der Töpfe führen. Die Wahl von Tontöpfen sollte daher stets mit Bedacht erfolgen!</p>
<p><strong>b) Probleme mit Moos-Verdichtungen<br />
</strong></p>
<p>Bei Problemen mit Moospopulationen (vor allem Sternmoos) auf der Substratoberfläche sollte vor allem mit physikalischen Methoden entgegengewirkt werden, um eine Vermoosung vorzubeugen.<br />
Stark befallene Töpfe sollten schnellstmöglich umgetopft werden, da eine starke Vermoosung eine extreme Verdichtung der Substratoberfläche und foglich auch einen stark gestörten Luftaustausch zur Folge hat. Neben der Abdeckung mit Sphagnum als Begleitwuchs, wirken Sand und Pinienrinde recht gut gegen Mooswuchs. Allerdings sollte Sand nur bei wärmeunempfindlichen Kulturen eingesetzt werden, da dieser die Lichtenergie stärker absorbiert und sich dadurch schneller erwärmt. Bei empfindlichen Kulturen wie Cephalotus oder Darlingtonia kann dies an Hitzetagen bereits zu starken Schäden oder zum schnellen Absterben der Pflanzen führen.<br />
Einen weiteren Überblick über die verschiedenen Methoden gegen Moos-Bewuchs findet ihr auch im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pfuWVNYPpdI">Video</a> unseres Kollegen von Green Jaws.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur- und Quellenangaben</strong></p>
<p>1] ANON. (?): Kultur von Orchideen &#8211; 2.Substrate (Thema des Gruppenabend vom 6.April 2012) &#8211; Deutsche Orchideen-Gesellschaft ev. &#8211; Orchideen-Gruppe Donau-Iller. Web-Artikel. (16.08.2020 &#8211; 23:27 Uhr). http://www.orchidee-donau-iller.de/html/sonstiges/Themen.htm</p>
<p>2] HOFFMANN, G. (1991): VDLUFA-Methodenbuch Band I. Die Untersuchung von Böden. VDLUFA-Verlag, Darmstadt, 4. Aufl.</p>
<p>3] CAROW, FÜRST (1998): Fleischfressende Pflanzen &#8211; Artenübersicht &#8211; Kultur &#8211; Vermehrung. Verlag Thomas Carow, 11. Auflage.</p>
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