<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Rüdersdorf Archive - CARNIFLOR</title>
	<atom:link href="https://www.carniflor.de/tag/ruedersdorf/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.carniflor.de/tag/ruedersdorf/</link>
	<description>- echte Wunder der Natur</description>
	<lastBuildDate>Sat, 10 Jan 2026 20:41:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/cropped-carniflor-logo-neu-favicon-32x32.png</url>
	<title>Rüdersdorf Archive - CARNIFLOR</title>
	<link>https://www.carniflor.de/tag/ruedersdorf/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks</title>
		<link>https://www.carniflor.de/museumspark-ruedersdorf/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=museumspark-ruedersdorf</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 17:10:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Industriekultur]]></category>
		<category><![CDATA[Baustoffgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Baustoffhistorie]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Thompson]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
		<category><![CDATA[Branntkalk]]></category>
		<category><![CDATA[CEMEX]]></category>
		<category><![CDATA[Kalk]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkbrennen]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkbrenner]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkmörtel]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkstein]]></category>
		<category><![CDATA[Kammerofen]]></category>
		<category><![CDATA[Museumspark]]></category>
		<category><![CDATA[Museumspark Rüdersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Rumford]]></category>
		<category><![CDATA[Rumfordofen]]></category>
		<category><![CDATA[Schachtofenbatterie]]></category>
		<category><![CDATA[Zement]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkelbogenbrücke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.carniflor.de/?p=2332</guid>

					<description><![CDATA[<p>Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks Nicht unweit vom östlichen Stadtrand Berlins befindet sich mit dem</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/museumspark-ruedersdorf/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/museumspark-ruedersdorf/">Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><span style="font-size: x-large;"><b>Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks</b></span></h4>
<p align="justify">Nicht unweit vom östlichen Stadtrand Berlins befindet sich mit dem Museumspark Rüdersdorf ein einzigartiger Ort, der Geschichte, Wissenschaft und zukunftsweisende Forschung besonders erlebbar miteinander verbindet. Der im Ort befindliche, noch aktive Tagebau zur Gewinnung von Kalkstein hat die Baustoffhistorie der Region entscheidend geprägt und letztlich dazu beigetragen, dass das heutige Berlin entstehen konnte.</p>
<figure id="attachment_2179" aria-describedby="caption-attachment-2179" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-2179" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-1024x679.png" alt="Schachtofenbatterie Rüdersdorf" width="880" height="584" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-1024x679.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-300x199.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-768x509.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-1536x1018.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/06/DSC_4903-edited-2048x1358.png 2048w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2179" class="wp-caption-text">Grafik: Schachtofenbatterie im Museumspark Rüdersdorf</figcaption></figure>
<p align="justify">Nahezu wie mittelalterliche Festungen wirken die oft als „Rüdersdorfer Öfen“ bezeichneten, massiven Bauten, die einst zum Brennen von Kalkstein dienten. Bei Temperaturen von 900°C wurde der Kalkstein in aufwändigen Verfahren „gebrannt“, um daraus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Calciumoxid">Branntkalk</a> zu gewinnen. Doch wozu diente dieser Prozess der Maloche?</p>
<p align="justify">Um die Notwendigkeit des Kalkbrennens zu verstehen, muss man sich auf eine Reise in die Geschichte der Baustoffe begeben. Bevor man langfristig beständige Gebäudestrukturen errichten konnte, baute man vor allem mit vorhandenen Naturmaterialien wie Holz, Lehm und Leder. Hütten und Häuser aus Holz stellten die ersten festen Bauten dar, boten vor allem jedoch den Nachteil, dass diese nicht feuerfest waren und daher gerade in dicht bebauten Siedlungen nicht selten großflächige Feuer ausbrachen, die ganze Orte vernichteten.</p>
<figure id="attachment_2336" aria-describedby="caption-attachment-2336" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-2336 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-1024x678.jpg" alt="zirkelbogenbrücke" width="880" height="583" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-1024x678.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-300x199.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-768x509.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-1536x1017.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4809-2048x1356.jpg 2048w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2336" class="wp-caption-text">Abbildung: Der Museumspark bietet eine Vielzahl an beeindruckenden Motiven &#8211; Die Zirkelbogenbrücke (gebaut aus Rüdersdorfer Kalkstein) diente zum Beschicken des Rumfordofens</figcaption></figure>
<p align="justify">Mit dem Aufkommen der ersten Städte verlagerte sich der Baustoffbedarf von Holz zu feuerfesten Baustoffen wie Ziegel und Gesteinen. Allerdings bieten diese Baustoffe den Nachteil, dass sie durch spezifische Bindemittel zusammen gehalten werden müssen. Heute verwenden wir dafür Zement, früher verwendete man für diesen Zweck den sogenannten Kalkmörtel. Um Kalkmörtel herzustellen, benötigt man allerdings Branntkalk als Ausgangsstoff. Und genau diesen stellte man noch bis 2024 in Rüdersdorf her! Doch wie kam es dazu?</p>
<p align="justify">Etwa im Jahre 1250 wiesen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zisterzienser">Zisterziensermönche</a> ihren Bauern in Rüdersdorf Ländereien zu. Doch als diese begannen, die Felder zu bewirtschaften, stießen sie im wahrsten Sinne des Wortes auf steinige Bedingungen. Denn auf den Feldern fanden sich eine Vielzahl an unbequemen Kalksteinen. Natürlich beschwerten sich die Bauern bei ihren Landherren, doch wurde ihre Beschwerde schnell abgewiesen. Die Mönche erkannten den Wert des Kalksteines sofort und begannen damit, die ersten Brüche einzurichten.</p>
<figure id="attachment_2291" aria-describedby="caption-attachment-2291" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-large wp-image-2291" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1024x679.png" alt="Tagebau Rüdersdorf" width="880" height="584" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1024x679.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-300x199.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-768x509.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1536x1018.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-2048x1358.png 2048w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2291" class="wp-caption-text">Abbildung: Der Tagebau in Rüdersdorf ist 4km lang und 1km lang und 1km breit</figcaption></figure>
<p align="justify">Zunächst wurde der Stein lediglich als „Werkstein“ zum Bauen verwendet. Viele der Gebäude im Museumspark bestehen aus diesem Gestein, aber auch bekannte Gebäude wie das Brandenburger Tor, das Berliner Olympiastadion, der ehemalige Flughafen Berlin Tempelhof oder das Schloss Sans Soucis in Potsdam wurden unter Verwendung von Rüdersdorfer Kalkstein errichtet. Der Transport erfolgte per sogenannten Treidelkähnen oder Finow-Kähnen (unmotorisiert) über den Wasserweg.</p>
<p align="justify">Erst im Jahr 1555 wurde der erste Kammerofen zum Brennen des Kalksteins in Rüdersdorf errichtet. Ein weiterer Kammerofen von 1666 ist noch heute im Museumspark zu besichtigen. Doch der Prozess war aufwändig und langwierig. Bis zu acht oder neun Tage dauerte ein Branntvorgang, der kontinuierlich aufrecht erhalten werden musste. Doch was genau passiert bei diesem Vorgang?</p>
<figure id="attachment_2334" aria-describedby="caption-attachment-2334" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2334" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-1024x678.jpg" alt="kammerofen-rüdersdorf" width="880" height="583" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-1024x678.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-300x199.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-768x509.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-1536x1017.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4801-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2334" class="wp-caption-text">Abbildung: Der erhaltene Kammerofen im Museumspark Rüdersdorf aus dem Jahr 1666</figcaption></figure>
<p align="justify">Bei Kalkstein handelt es sich um Calciumcarbonat (CaCO<sub>3</sub>). Unter Hitze gast das CO<sub>2</sub> aus und hinterlässt den sogenannten Branntkalk (CaO). Wird dieser mit Wasser „gelöscht“ entsteht zunächst eine ätzende Flüssigkeit, die Kalkmilch (Ca(OH)<sub>2</sub>). Mit Sand und weiteren Zuschlagsstoffen ergibt diese Mischung wiederum den Kalkmörtel, der unter Aufnahme von CO<sub>2</sub> aus der Luft wieder das enthaltene Wasser abgibt und somit aushärtet. Ein Bindemittel für Gesteine entsteht.</p>
<p align="justify">Alleine zwei Tage dauerte das Befüllen und Entleeren des Ofens. Fünf bis sechs Tage dauerte der Brannt. Zunächst verwendete man Holz, als dieses knapp wurde, beutete man die Moore aus und stieg auf Torf um. Doch ein wesentlicher Nachteil blieb: Durch die Methodik des Brennens kam der Branntkalk mit Asche in Kontakt und war stets unrein. Eine neue Methode musste her.</p>
<figure id="attachment_2333" aria-describedby="caption-attachment-2333" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2333" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-1024x678.jpg" alt="rumfordofen-rüdersdorf" width="880" height="583" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-1024x678.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-300x199.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-768x509.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-1536x1017.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4808-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2333" class="wp-caption-text">Abbildung: die Rumfordöfen werden oft auch als Rüdersdorfer Öfen bezeichnet</figcaption></figure>
<p align="justify">Erst im Jahr 1801 konnte man das Problem der Unreinheit des Branntkalks beseitigen. Allerdings nicht aus eigener Leistung, sondern vermutlich auf Grund von Industriespionage! Denn die Pläne des Ofens, so viel ist sicher, stammen aus England, vom Grafen von Rumford – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Thompson">Benjamin Thompson</a>. Durch die Einführung eines separaten Ascherostes konnte das Problem mit einem einfachen baulichen Trick behoben werden.</p>
<p align="justify">Die Arbeit in den Öfen war hart und widrigen Bedingungen ausgesetzt. Eine Schicht dauerte zwölf Stunden. Gearbeitet wurde Tag und Nacht, das ganze Jahr über. Der fertige Branntkalk wurde mir Resttemperaturen von 600°C aus den Öfen geholt. Durch die heißen, feuchten Bedingungen reagierte der Branntkalk oftmals ätzend. Verschiedene Krankheiten folgten dem ständigen Kontakt mit dem boomenden Baustoff. In Folge dessen sank die Lebenserwartung der Arbeiter auf schlappe 40-45 Jahre.</p>
<figure id="attachment_2337" aria-describedby="caption-attachment-2337" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2337" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-1024x768.jpg" alt="schachtofenbatterie" width="880" height="660" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-1024x768.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-300x225.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-768x576.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-1536x1152.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-440x330.jpg 440w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6-920x690.jpg 920w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/WhatsApp-Bild-2025-12-15-um-23.30.25_c5d5b5d6.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2337" class="wp-caption-text">Abbildung: Die Schachtofenbatterie in Rüdersdorf</figcaption></figure>
<p align="justify">Doch der Baustoffbedarf stieg weiter. Berlin wollte wachsen wie ein hungriges Raubtier und dafür musste der notwendige Baustoff produziert werden. Nicht umsonst behauptet man heute, der Kalk wäre der Stoff, auf dem Berlin erbaut wurde! 1850 entstand Deutschlands erste Zementfabrik. Zwischen den Jahren 1871 und 1876 baute man die sogenannte Schachtofenbatterie als Aneinanderreihung von 18 einzelnen Rumfordöfen, die über eine einzige Gebäudehülle – die sogenannte Kathedrale des Kalks – miteinander verbunden sind. Auch hier wurde Branntkalk produziert.</p>
<p align="justify">Der Abtransport erfolgte fortan mit der Bahn, allerdings blieben die Arbeitsbedingungen nicht weniger widrig und schwer. Zur Zeit des Nationalsozialismus benötigte man den Baustoff für den Bau von Autobahnen und Bunkern. Weitere Zement- und Betonwerke entstanden. Zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) benötige man den Baustoff für das massive Wohnungsbauprogramm. Auch hier war die Schachtofenbatterie weiter in Betrieb und sorgte mit ihrem immensen Ausstoß schließlich dafür, dass Rüdersdorf zum staubbelastetesten Ort der DDR wurde! Ältere Anwohner berichten, dass man die Wäsche stets nur bei Westwind zum Trocknen im Freien aufhängen konnte, ohne eine Staubschicht zu riskieren. Die Schachtofenbatterie war noch bis Mitte der 1960er Jahre in Betrieb, bevor sie mit moderneren Produktionsverfahren abgelöst wurde. Bereits 1905 entstand auf dem Gelände auch ein Kalkofen nach dem Ringofenprinzip. Zwar überstieg dieser die Kapazität der Schachtofenbatterie bereits in den Anfangsjahren, jedoch wurde er bereits im Jahr 1959 stillgelegt und abgerissen.</p>
<figure id="attachment_2339" aria-describedby="caption-attachment-2339" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2339" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-1024x678.jpg" alt="schachtofenbatterie-feuerungsebene" width="880" height="583" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-1024x678.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-300x199.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-768x509.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-1536x1017.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4958-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2339" class="wp-caption-text">Abbildung: Die Feuerungsebene der Schachtofenbatterie war der Einsatzort der Kalkbrenner. Gefeuert wurde mit Koks.</figcaption></figure>
<p align="justify">Moderne Zemente werden zumeist in sogenannten Drehrohröfen produziert, wo der Kalkstein bei über 1400°C verklinkert wird. Anschließend wird er mit Sand, Kies und Wasser vermengt, um daraus Beton zu produzieren. 90% des im Rüdersdorfer Tagebau abgebauten und zu Zement verarbeiteten Kalksteins verlassen das Werk umgehend auf die jeweiligen Baustellen! Nahezu das gesamte Produktionsaufkommen wird also unmittelbar benötigt und verbraucht – eine wahnsinnige Wertschöpfung.</p>
<figure id="attachment_2341" aria-describedby="caption-attachment-2341" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2341" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-1024x678.jpg" alt="schachtofenbatterie-kathedrale-des-kalks" width="880" height="583" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-1024x678.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-300x199.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-768x509.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-1536x1017.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4913-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2341" class="wp-caption-text">Abbildung: Die Feuerungsebene der Schachtofenbatterie wird oft auch als Kathedrale des Kalks bezeichnet.</figcaption></figure>
<p align="justify">Zwar zählt die Produktion von Zement und Beton zu den CO<sub>2</sub> reichsten Produktionen unserer modernen Gesellschaft, allerdings wird das gesamte Material einerseits sofort benötigt, andererseits leisten die Hersteller auch eine Vielzahl an Maßnahmen zum fortlaufenden Ausbau der Umweltverträglichkeit. In Rüdersdorf etwa, wurden Fledermausquartiere geschaffen, seltene Pflanzenarten für den Erhalt umgesiedelt, Habitate rekultiviert, Wanderwege angelegt und gepflegt und vielleicht, so sagt man, soll nach dem Tagebau einmal ein großer See folgen.</p>
<figure id="attachment_2338" aria-describedby="caption-attachment-2338" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2338" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-1024x679.png" alt="bereich-schachtofenbatterie" width="880" height="584" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-1024x679.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-300x199.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-768x509.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-1536x1018.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/12/DSC_4902-edited-2048x1358.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2338" class="wp-caption-text">Abbildung: Von der Staubhölle zur grünen Idylle &#8211; der Bereich um die Schachtofenbatterie heute.</figcaption></figure>
<p align="justify">Der <a href="http://www.museumspark.de">Museumspark</a> bietet eine Vielzahl an verschiedenen Angeboten. Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Martin_Torell">Otto Torell</a> Haus kann man die geologische Entstehung des Ortes bewundern. Benannt wurde das Gebäude nach dem schwedischen Forscher, der im Rüdersdorfer Tagebau die Inlandseistheorie nachwies!<br />
Bei einer Fossiliensuche hat man die Möglichkeit eigene Fossilien auf einer abgegrenzten Fläche im Tagebau zu suchen, allerdings muss diese rechtzeitig im Voraus gebucht werden. Verschiedene Führungen und Touren ergänzen das Angebot um die zahlreichen beeindruckenden Eindrücke der vorhandenen Industriedenkmäler.</p>
<p align="justify">Vom einstigen staubbelastetesten Ort der DDR ist heutzutage bis auf die verbliebenen Baudenkmäler auf jeden Fall nichts mehr zu sehen. Rüdersdorf hat sich trotz oder vor allem wegen der Baustoffindustrie zu einer regelrechten grünen Idylle entwickelt, deren Einzigartigkeit noch über lange Zeit behutsam gewahrt werden sollte.</p>
<h5>Auf der Suche nach weiteren Abenteuern?</h5>
<p>In der Kategorie &#8222;<a href="https://www.carniflor.de/category/abenteuer/">Abenteuer</a>&#8220; findest du weitere spannende Beiträge und Anregungen.</p>
<h5>Hinweis!</h5>
<p>Die Fotos und Abbildungen dieses Beitrages sind urheberrechtlich geschützt! Jegliche Verwendung ist genehmigungspflichtig!</p>
<h5>Literatur und Quellenangaben</h5>
<p>HAMELAU, K.; KÖHLER, E.; STREICHAN, H. J. (1995): Museumspark Baustoffindustrie Rüdersdorf. Förderverein der Baustoffindustrie Rüdersdorf e.V.</p>
<p>KÖHLER, EVA, KIENITZ, REINHARD (1994): Rüdersdorf &#8211; Die Kalkhauptstadt am Rande Berlins. Stapp Verlag, Berlin.</p>
<p>RÜDERSDORFER ZEMENT GmbH (2004): 750 Jahre Kalksteinbergbau in Rüdersdorf.</p>
<p>SCHROEDER, J. H. (2015): Rüdersdorf bei Berlin &#8211; Der Kalkstein-Tagebau: Geo-Glanz-Punkt in Brandenburg. Selbstverlag der Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg. e.V.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/museumspark-ruedersdorf/">Museumspark Rüdersdorf – Der Staub und die Kathedrale des Kalks</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg</title>
		<link>https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fossilien-suchen-in-brandenburg</link>
					<comments>https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 12:40:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander von Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Amethyst]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
		<category><![CDATA[Branntkalk]]></category>
		<category><![CDATA[Calcit]]></category>
		<category><![CDATA[CEMEX]]></category>
		<category><![CDATA[Coelestin]]></category>
		<category><![CDATA[Fasergips]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Fossiliensuche]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilientour]]></category>
		<category><![CDATA[Geologie]]></category>
		<category><![CDATA[Geothermie]]></category>
		<category><![CDATA[Geotour]]></category>
		<category><![CDATA[Gips]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Inlandseistheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Kalkstein]]></category>
		<category><![CDATA[Kristalle]]></category>
		<category><![CDATA[Limonit]]></category>
		<category><![CDATA[Mineralien]]></category>
		<category><![CDATA[Museumspark]]></category>
		<category><![CDATA[Museumspark Rüdersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Torell]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Rumfordofen]]></category>
		<category><![CDATA[Schachtofenbatterie]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumkalk]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebau]]></category>
		<category><![CDATA[Wellenkalk]]></category>
		<category><![CDATA[Zement]]></category>
		<category><![CDATA[Zölestin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.carniflor.de/?p=2289</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg Wer hätte es gedacht &#8211; unmittelbar am Stadtrand von Berlin</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/">Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg</h3>
<p>Wer hätte es gedacht &#8211; unmittelbar am Stadtrand von Berlin befindet sich nicht nur der einzige Kalksteintagebau Ostdeutschlands, sondern auch eine einzigartige Fundstelle für verschiedene Fossilien und Mineralien, welche bereits etliche Forscher und Entdecker wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Martin_Torell">Otto Torell</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt">Alexander von Humboldt</a> in ihren Bann zog und somit für zahlreiche, bahnbrechende Entdeckungen wie die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eiszeit">Inlandseistheorie</a> oder das Prinzip der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie">Geothermie</a> sorgte: Die Rede ist natürlich vom Tagebau in <a href="https://maps.app.goo.gl/QaAgRQSCHgmFxTph9">Rüdersdorf</a>.</p>
<figure id="attachment_2291" aria-describedby="caption-attachment-2291" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2291" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1024x679.png" alt="Tagebau Rüdersdorf" width="880" height="584" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1024x679.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-300x199.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-768x509.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-1536x1018.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_4821-edited-2048x1358.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2291" class="wp-caption-text">Abbildung: Der Tagebau in Rüdersdorf ist etwa 4km lang und 1km lang, 1km breit und etwa 70 Meter tief</figcaption></figure>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<h4>In einem Land vor unserer Zeit</h4>
<p>Muscheln, Ammoniten, Spurenfossilien, sogar verschiedene Mineralien und Kristalle zählen zu den beliebten Funden der mächtigen Muschelkalkschichten, die sich in Rüdersdorf während des Zeitalters der Trias ausbildeten und heute von abenteuerlustigen Sammlern aufgespürt werden.<br />
Damit sich diese Fossilien ausbilden konnten, bedarf es maritimer und stark wechselhafter Umweltbedingungen, wie sie in Rüdersdorf vor etwa 240 Millionen Jahren wohl vorherrschten. Damals befand sich das heutige Deutschland aktuellen Kenntnissen nach noch auf der heutigen Höhe von Nordafrika. Darüber hinaus existierte ein großer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pangaea">Urkontinent (Pangea)</a>, welcher zu großen Teilen von einem immensen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tethys_(Ozean)">Flachmeer (Thetys)</a> überdeckt war. Dieses Flachmeer wurde auf Höhe des heutigen Rüdersdorf als &#8222;Germanisches Becken&#8220; bezeichnet und war an der tiefsten Stelle gerade einmal 70 Meter tief &#8211; und damit in etwa so tief, wie der Rüdersdorfer Tagebau heute. Der Großteil dieses Meeres umfasste allerdings lediglich Tiefen von zwei bis drei Metern. Durch die hohen Temperaturen und die daraus folgende Verdunstungsaktivität trocknete dieses Flachmeer schließlich regelmäßig ab und hinterließ somit eine stetig wachsende Schicht aus kalkhaltigen Sedimenten, welche die heute mächtigen Schichten aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schaumkalk">Schaum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wellenkalk">Wellenkalk</a> mit den darin enthaltenen Fossilienfunden bilden.</p>
<figure id="attachment_2299" aria-describedby="caption-attachment-2299" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2299 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422.jpg" alt="turmschnecke, fossil" width="1200" height="1200" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422.jpg 1200w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422-1024x1024.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422-768x768.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.29_074a4775-e1763900754422-666x666.jpg 666w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-2299" class="wp-caption-text">Abbildung: Turmschneck (aff. Loxonema spec.) aus der Trias</figcaption></figure>
<p>Der Tagebau in Rüdersdorf ist trotz seiner mittlerweile fast 800-jährigen Geschichte noch immer in Betrieb. Bis Ende 2024 wurde Branntkalk produziert. Aktuell umfasst die Produktion lediglich Zement- und Beton. Gewonnen wird mit modernen Sprengverfahren. Bis zu zwei Mal am Tag, immer um 09:30 Uhr und um 13:30 Uhr wird &#8211; abhängig vom Produktionsbedarf &#8211; gesprengt. Eine spannende Tätigkeit, die bereits vor über hundert Jahren Schaulustige aus Berlin anlockte. Beim alljährlichen Bergfest des <a href="http://www.bergbauverein-ruedersdorf.de">Rüdersdorfer Bergbauvereins</a> (erstes Juliwochenende des Jahres) findet sogar eine Schausprengung für Publikum statt.</p>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<h4>Fossilien und Mineralien des Muschelkalks</h4>
<p>Wie die Bezeichnung des Muschelkalks verrät, zählen Muschelfossilien zu den Hauptfunden in Rüdersdorf. Vor allem die bereits ausgestorbene Gattung <em>Plagiostoma </em>kommt in Rüdersdorf sehr häufig vor. Aber auch Dreiecksmuscheln und Miesmuscheln zählen zu den häufigen Funden. Ergänzt werden diese durch eine Bandbreite an verschiedenen Turmschneckenarten. Ein wenig mehr Glück benötigt man für Knochenstücke und verbleibende Zähne, vor allem des in Rüdersdorf bekannten <em>Nothosaurus raabi</em>, ein bekannter Schwimmsaurier, der im Thetys-Meer sein Unwesen trieb. Auch Fischschuppen lassen sich im Rüdersdorfer Tagebau finden, zählen jedoch zu den etwas selteneren Funden.</p>
<figure id="attachment_2300" aria-describedby="caption-attachment-2300" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2300" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-1024x1024.jpg" alt="coelestin" width="880" height="880" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-1024x1024.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-768x768.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280-666x666.jpg 666w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.22.09_dbda2a02-e1763900854280.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2300" class="wp-caption-text">Abbildung: Coelestin aus Rüdersdorf mit typischem Erscheinungsbild</figcaption></figure>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<p>Neben einer Bandbreite an Fossilien stößt man bei der Suche auch immer mal wieder auf verschiedenste Mineralien. Am häufigsten kommt in Rüdersdorf der sogenannte <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Calcit">Calcit</a> vor. Der Calcit kann im weitesten Sinne als Schorf des Steines bezeichnet werden, da er meist auftritt, um Schwachstellen im Gestein zu schließen. Bei passenden Bedingungen bilden sich dabei typische Kristallformationen heraus, die teilweise in schönen, kleinen &#8222;Stufen&#8220; vorliegen. Je nach Mineraleinschlüssen variiert die Farbe des Calcits schließlich zwischen weiß, durchsichtig und rosa.<br />
Mit dem <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Pyrit">Pyrit</a> (umgangssprachlich als Katzengold bezeichnet) befindet sich in Rüdersdorf ein weiteres, spannendes Mineral, was besonders Kinder immer sehr begeistert.<br />
Ein wenig mehr Glück benötigt man für den sogenannten <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Coelestin">Coelestin</a> (gesprochen Zölestin), der in Rüdersdorf besonders eindrucksvolle Formationen bildet, jedoch meist in begrenzteren, tieferen Bereichen des Tagebaus vorkommt.<br />
Auch der <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Amethyst">Amethyst</a> ist in Rüdersdorf heimisch, allerdings benötigt man hier deutlich mehr Glück für einen schönen Fund.<br />
Ferner kommen weiterhin auch <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Limonit">Limonit</a> und <a href="https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Gips">Fasergips</a> vor. Insgesamt zählt das Portfolio des Rüdersdorfer Tagebaus etwa <a href="https://www.mineralienzimmer.de/topic.php?t=362">31 verschiedene Mineralien</a>, von denen jedoch nicht unbedingt alle auf der Suchfläche vorkommen.</p>
<figure id="attachment_2292" aria-describedby="caption-attachment-2292" style="width: 880px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2292" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-1024x1024.jpg" alt="Calcit-haltiges Gestein" width="880" height="880" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-1024x1024.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-768x768.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344-666x666.jpg 666w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-11.09.22_83c082a7-e1763892677344.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px" /><figcaption id="caption-attachment-2292" class="wp-caption-text">Abbildung: Calcit-haltiges Gestein aus dem Tagebau Rüdersdorf</figcaption></figure>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<h4>Ablauf der Tour</h4>
<p>Die etwa zweistündige Tour ist lediglich nach vorheriger Buchung möglich! Treffpunkt ist der Eingangsbereich des Museumsparks Rüdersdorf. Die Führung startet mit einer kurzen geologischen Einführung im Otto Torell-Haus, dem &#8222;Haus der Steine&#8220;, wo man zahlreiche Informationen über die zu erwartenden Funde auf der Suchfläche und eine kurze Einführung in die Entstehungsgeschichte der Region erhält. Anschließend werden Warnwesten und Sicherheitshelme ausgeteilt, bevor es in einer spannenden Geländefahrt mit dem Bulli auf die (abgegrenzte) Suchfläche in den noch aktiven Tagebau geht. Dort angekommen erhält man letztendlich noch einen Hammer und eine Schutzbrille und hat anschließend etwa eine Stunde Zeit, jegliche Schätze des Tagebaus zu bergen. Ein erfahrender Tourguide steht währenddessen als Ansprechpartner für mögliche Fundstellen und die Bestimmung der Funde zur Verfügung.<br />
Nach etwa einer Stunde Suche geht es mit zahlreichen Funden und dem Bulli zurück zur Kleiderkammer, wo die Warnwesten und Helme zurückgegeben werden. Hier endet die zweistündige Tour meist auch. Während der Sommerferien bietet der Museumspark jedoch häufig unter der Veranstaltung &#8222;Kids im Park&#8220; noch die (kostenpflichtige) Möglichkeit, seine Funde zu reinigen und fachkundig bestimmen zu lassen. Übrigens: Während Fossilien in vielen Bundesländern als &#8222;bewegliche Bodendenkmäler&#8220; und daher als Staats- bzw. Landeseigentum gelten und abgegeben werden müssen, darf man in Brandenburg in der Regel seine Funde behalten!</p>
<figure id="attachment_2298" aria-describedby="caption-attachment-2298" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2298 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139.jpg" alt="geotour-museumspark" width="1200" height="1200" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139.jpg 1200w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139-1024x1024.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139-768x768.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2025/11/WhatsApp-Bild-2025-11-23-um-13.18.29_68725077-e1763900413139-666x666.jpg 666w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-2298" class="wp-caption-text">Abbildung: Fossiliensuche im Museumspark; Mit Warnweste, Helm und Hammer startet die Suche auf der abgegrenzten Suchfläche</figcaption></figure>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<h4>Buchungen</h4>
<p>Auf Grund der hohen Beliebtheit der Touren ist eine rechtzeitige Buchung zu empfehlen! Das Mindestalter beträgt 6 Jahre! Die Mindestgruppengröße beträgt 8 Personen! Eventuell ergibt sich jedoch die Möglichkeit, sich einer weiteren Gruppe anzuschließen. Buchungen sind über die <a href="http://museumspark.de">Website des Museumsparks Rüdersdorf</a> möglich. Die Tour ist sehr zu empfehlen und auch bei Schulklassen oder als Geburtstagsausflug immer sehr beliebt.</p>
<p><span id="more-2289"></span></p>
<p>Auf der Suche nach weiteren Abenteuern? Wenn du bereits im <a href="http://museumspark.de">Museumspark Rüdersdorf</a> vor Ort bist, solltest du dir das <a href="https://www.carniflor.de/abenteuer-industriekultur/">Abenteuer Industriekultur</a> auf jeden Fall nicht entgehen lassen!</p>
<p><script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js"></script> <ins class="adsbygoogle" style="display: block; text-align: center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-5424130156645968" data-ad-slot="2232864523"></ins> <script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/">Auf den Spuren der Trias &#8211; Fossilien suchen in Brandenburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.carniflor.de/fossilien-suchen-in-brandenburg/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
