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	<title>biologischer Pflanzenschutz Archive - CARNIFLOR</title>
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	<title>biologischer Pflanzenschutz Archive - CARNIFLOR</title>
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		<title>Trauermücken (biologisch) bekämpfen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2020 19:00:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Trauermücken (biologisch) bekämpfen Bei Trauermücken (Bradysia paupera und Lycoriella ingenua, Familie: Sciaridae) handelt es sich um etwa 2-5 mm lange,</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/trauermuecken-biologisch-bekaempfen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Trauermücken (biologisch) bekämpfen</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/trauermuecken-biologisch-bekaempfen/">Trauermücken (biologisch) bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Trauermücken (biologisch) bekämpfen</strong></h3>
<p>Bei Trauermücken (<em>Bradysia paupera und Lycoriella ingenua</em>, Familie: Sciaridae) handelt es sich um etwa 2-5 mm lange, schwärzliche Fliegen aus der Ordnung der Zweiflügler, die zum Paarungstanz meist wie alkoholisiert wirkend um die Pflanzen taumeln, sich massenhaft vermehren und ausbreiten und folglich zum Pflanzen-Schädling werden. Die eigentliche Schadwirkung an den Pflanzen ist jedoch lediglich auf den Fraß der etwa 7 mm langen, hellen Larven zurückzuführen, die in feuchten Substraten (in der Wohnung zumeist in der Blumenerde) leben und sich von totem organischen Material ernähren. Ist dieses jedoch aufgebraucht oder verrottet, fressen die Larven der Trauermücken feine Wurzeln und unterirdische Sprossabschnitte an, infolgedessen die Pflanzen meist stark in ihrer Entwicklung gestört werden und das Risiko für die Einschleppung von Bakteriosen und Virosen in der Pflanze stark steigt. Vor allem bei Sämlingen kommt es bei einem Befall durch Trauermückenlarven oft zu großen Ausfällen.<br />
Bemerkenswert ist, dass ein höherer Anteil an Grünkompost und Gärungsstoffen im Substrat zu deutlich besseren Bedingungen für das Wachstum der Trauermückenlarven führen kann, jedoch vermutet wird, dass Nematoden, die zur biologischen Bekämpfung der Trauermücken eingesetzt werden, die Schädlinge in solchen Substraten schlechter parasitieren (WADAS 2019; <a href="https://orgprints.org/14461/1/Koller_14461.pdf">KOLLER 2009</a>). Gerade bei biologischen Anbau- und Bekämpfungsmethoden sollte also vermehrt auf ein Auftreten der kleinen Plagegeister geachtet werden.</p>
<h4>Lebensweise und Zyklus</h4>
<p>Durch die kurze Lebensdauer der adulten Tiere muss das Überleben der Art durch massenhafter Vermehrung gesichert werden. Nach der Eiablage, die sowohl auf der Substratoberfläche, bei künstlicher Kultur jedoch auch durch Topföffnungen (etwa an der Topfunterseite) erfolgt, schlüpfen die ersten Tiere bereits nach etwa vier Tagen, wobei jedes Weibchen etwa bis zu 200 Eier ablegt.<br />
In der Natur kommen Trauermücken vor allem auf Feuchtwiesen und in Mooren und Wäldern vor. Sind die Lebensbedingungen dort zeitweise besonders günstig, tritt zwischen Mai und Juni eine massenhafte Vermehrung auf, in Folge dessen sich ein bis zu mehrere Meter langer Verbund aus Larven bildet. Dieser sogenannte „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=dfF5uRMh7ac">Heerwurm</a>“ hat den Zweck die Ausbreitung der Art zu fördern und Fressfeinde abzuwehren. In künstlicher Kultur können Trauermücken jedoch das ganze Jahr über auftreten, wobei die stärksten Vorkommen meist im Mai/Juni und von Oktober bis Dezember ihren Höhepunkt erreichen. Oft werden die Schädlinge über Neuzugänge oder Substratbeutel aus Gartencentern und Baumärkten eingeschleppt, allerdings finden die Tiere auch auf natürliche Weise (über Fenster und/oder Undichtigkeiten im Gewächshaus) ihren Weg in den Pflanzenbestand. Die Larven häuten sich im Boden etwa über den Zeitraum von drei Wochen über <a href="https://trauermueckenbekaempfen.de/entwicklungszyklus-von-trauermuecken/">mehrere Larvenstadien</a> hinweg, bevor letztendlich die Verpuppung und der Schlupf folgen. Zu Beginn sind die Puppen noch weiß, später erscheinen sie gelb bis braun, wobei das Hinterteil stets beweglich bleibt. Bei Zimmertemperatur beträgt die Entwicklungszeit vom Ei zum Adulten Tier „nur“ etwa einen Monat, während die adulten Tiere, die bereits direkt nach dem Schlupf geschlechtsreif sind, lediglich etwa 3-7 Tage lang leben!</p>
<figure id="attachment_1031" aria-describedby="caption-attachment-1031" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1031 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt.png" alt="gelbtafeln und trauermuecke" width="1000" height="500" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt.png 1000w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt-300x150.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt-768x384.png 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-1031" class="wp-caption-text">Grafik: Gelbtafeln (links) eignen sich hervorragend um das Auftreten von Trauermücken (rechts, vergrößert) und anderen Schadinsekten zu beobachten und das Erreichen derer Schadschwellen einzuschätzen.</figcaption></figure>
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</script></p>
<h4>Beobachtung und Bekämpfung</h4>
<p>Die Bekämpfung von Trauermücken erfordert etwas Beobachtung und Voraussicht. Hat sich ein geringer Bestand an einer gewissen Schadwelle etabliert (diese ist abhängig vom Alter der Pflanze, der Größe, dem Gesundheitszustand… und lässt sich relativ zügig per Erfahrung ermitteln), kann mit der Bekämpfung begonnen werden. Bei Einzeltieren lohnt sich eine Bekämpfung meist nicht, da diese dann nicht besonders gezielt stattfindet. Zur Beobachtung des Auftretens und zur Einschätzung der Schadschwelle sollten über dem Pflanzenbestand zu jeder Zeit stets sogenannte <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> mit relativ geringem Abstand zur Substratoberfläche aufgestellt oder -gehangen werden. Hierbei handelt es sich um beleimte Kunststoffkarten, die adulte Tiere durch ihre Farbwirkung anziehen und fangen. Allerdings handelt es sich bei Gelbtafeln, wie es gerade viele Anfänger in der Pflanzenzucht vermuten, nicht um eine aktive Bekämpfungsmethode, sondern lediglich um ein Hilfsmittel zur Identifikation eines Befalls! Gerade bei frisch geschlüpften oder eingeschleppten (adulten) Tieren können <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> jedoch eine passive Bekämpfungsmöglichkeit bieten, da die anhaftenden Tiere nicht mehr in der Lage sind sich zu Vermehren und deren Lebenszyklus zumindest mit sehr geringer Wirkung eingedämmt wird.<br />
Eine Deckschicht aus sehr feinem Quarzsand auf der Substratoberfläche (mindestens 5 mm Schicht-Dicke!) kann der Eiablage ebenfalls entgegen wirken, allerdings nutzen die adulten Tiere oft auch Risse in den Töpfen oder die Bewässerungslöcher auf der Unterseite der Töpfe zur Eiablage, weshalb mit dieser Methode oft nur ein geriner Erfolg erzielt wird!<br />
Ähnlich wie <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> können <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter (<em>Pinguicula</em> spec.)</a> mit ihren klebrigen Blättern als Falle für adulte Tiere dienen. Da diese jedoch nur ein sehr gering ausgeprägtes Wurzelwerk besitzen, wird davon abgeraten Fettkräuter gezielt zur Bekämpfung von Trauermücken einzusetzen. Wie wir in eigenen Erfahrungen beobachten konnten, überleben einige Trauermückenlarven auch in Substraten mit recht hohen mineralischen Anteilen, wenn der Wurzelraum eine entsprechende Feuchte aufweist (die bei der <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Kultur von Pinguicula</a> gerade in den Hauptbefallszeiten meist vorhanden ist). Die Larven sammeln sich dann einfach in der feuchten Wurzelzone an, die zudem auch oft von älteren, bereits stark verdorrten Blättern geschützt ist und somit reichlich Nahrung bietet. Auch bei der <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Kultur von Fettkräutern</a> ist daher stets auf Trauermückenbefall zu kontrollieren und eine geeignete Gegenmaßnahme vorzunehmen!</p>
<h4>Bekämpfung mit Nematoden</h4>
<p>Die effektivste Bekämpfungsmöglichkeit ergibt sich jedoch durch die Anwendung von Fadenwürmern, sogenannte Nematoden mit dem Namen <a href="https://amzn.to/35mRoMO"><em>Steinernema feltiae<span style="color: #800000;">*</span></em></a>. Diese lediglich etwa 0,8 mm großen Tierchen nutzen die Larven der Trauermücke als Wirt zur Eiablage. Nach einer erfolgreichen Parasitierung sterben die Trauermückenlarven ab und setzen mit der Zeit neue Jungtiere der Fadenwürmer frei, die sich dann auf die Suche nach einem neuen Wirt begeben, womit der Kreislauf erneut beginnt. Sind die Schädlinge aufgefressen und die Nahrung verschwunden, sterben die Nematoden schließlich ab. Es lohnt sich also, den richtigen Zeitpunkt zur Bekämpfung abzuwarten und nicht zu frühzeitig mit den Gegenmaßnahmen zu beginnen, um ausreichend Nahrung für eine langfristige Wirkung und gute Vermehrungsrate der Nematoden gewährleisten zu können. Die richtige Schadschwelle lässt sich jedoch bereits nach wenigen Anwendungen problemlos in Erfahrung bringen.</p>
<p>Die Lieferung der Nematoden erfolgt meist in gebundener Form an feinem Tonpulver, weshalb die gewünschte Ausbringungsmenge vor der Anwendung per Gießbrause oder Sprüher (mindestens 0,8 mm Sprühweite!) zunächst ganz unkompliziert mit der entsprechenden Wassermenge angerührt werden muss. Da sich die Tiere bei Lieferung in Ruhephase befinden, können sie nur kurzfristig und kühl (etwa im Kühlschrank) gelagert werden. Eine Ausbringung ist bei Temperaturen ab 5°C möglich. Unter 8°C nimmt die Aktivität der Nematoden jedoch stark ab und unter 4°C fallen die Nematoden schließlich in eine Ruhestarre (daher die kurzfristige Lagerung im Kühlschrank). Ein Nachteil dieser biologischen Bekämpfungsmethode ist jedoch, dass das Substrat über die Anwendungszeit hinweg (zumindest für einige Wochen) konstant feucht gehalten werden muss, da die Bewegungsfähigkeit der Nematoden stark von der Wassersättigung des Substrates abhängt. Der Anwendungsraum für Nematoden beschränkt sich demnach also auf feuchteverträgliche Kulturen in stark organischen Substraten.</p>
<figure id="attachment_1029" aria-describedby="caption-attachment-1029" style="width: 750px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-1029" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1024x1024.jpeg" alt="enema-nemaplus-nematoden" width="750" height="750" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1024x1024.jpeg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-300x300.jpeg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-150x150.jpeg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-768x768.jpeg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1536x1536.jpeg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1029" class="wp-caption-text">Grafik: Nematoden bieten die beste und nachhaltigste Bekämpfungsmöglichkeit gegen Trauermückenbefall und gehören in unserer Anzucht zum Standardrepertoire im Pflanzenschutz.</figcaption></figure>
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<h4>Bekämpfung mit Mikro-Organismen</h4>
<p>Darüber hinaus bietet sich mit dem Bakterium <em>Bacillus thuringiensis </em>eine weitere biologische Bekämpfungsmethode mit etwas mäßigerem Erfolg, als durch die Anwendung von Nematoden, da die Behandlung hier regelmäßig (etwa alle 14 Tage) wiederholt werden muss. Der Bacillus wird von den Trauermückenlarven über den Verdauungstrakt aufgenommen und führt bereits innerhalb weniger Stunden zu deren Tod! Mittlerweile existieren mehrere Produkte unter verschiedenen Handelsnamen, wie „BioMück“, „NeudoMück“ und „MioPlant“.<br />
Da Mikroorganismen wie <em>Bacillus thuringiensis</em> jedoch erst seit relativ kurzer Zeit gegen Trauermückenlarven eingesetzt werden, ist die Wirksamkeit laut einigen Berichten im Vergleich zu anderen Bekämpfungsmethoden wie <em>Steinernema feltiae</em> oder Neem-Öl, derzeit nicht sehr ausgeprägt (<a href="https://orgprints.org/14461/2/Poster_Trauermuecken_Koller_wisstagung2009.pdf">KOLLER 2009</a>).</p>
<h4>Bekämpfung mit Neem-Öl</h4>
<p>Möchte man statt auf Nützlinge jedoch lieber auf (biologische) Spritzmittel zurückgreifen, empfiehlt sich eine Behandlung mit <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a>, ein azadirachtinhaltiges Sekret des Niembaums (<em>Azadirachta indica</em>), welches sowohl auf die Pflanzen gesprüht, als auch in geringen Mengen direkt in das Substrat gegossen werden sollte. <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a> hemmt den Fraß der Schädlinge und stört die Häutung zwischen den einzelnen Larvenstadien verschiedener Insekten. Da der Wirkstoff jedoch zunächst von der Pflanze aufgenommen und in dieser verteilt werden muss (hierbei spricht man von einer systemnischen Wirkung), erfolgt die Wirkung nicht unmittelbar und setzt meist erst nach etwa 10 Tagen ein!<br />
Im Gegensatz zur Bekämpfung mit Nützlingen, bei der eine gewisse Schadschwelle als Nahrungsgrundlage zur optimalen Vermehrung des Nützlings abgewartet werden sollte, ist bei der Anwendung von <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a> also zu empfehlen, recht frühzeitig mit der Bekämpfung zu beginnen! Für eine optimale Wirkung empfiehlt es sich die Behandlung nach 14 Tagen noch einmal zu wiederholen.</p>
<hr />
<p><strong>Literatur und Quellen</strong></p>
<p>ANON. (?): Bradysia paupera und Lycoriella ingenua &#8211; Trauermücke. Koppert Biological Systems. Online-Artikel.<br />
https://www.koppertbio.de/fragestellung/fliegen-und-muecken/trauermuecke/ [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (2011): Schädlingsbekämpfung &#8211; Trauermücken. Stadt Zürich &#8211; Umwelt- und Gesundheitsschutz. PDF-Download.<br />
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/3521/dokumente/mb_bsb_trauermuecken.pdf [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (?): Steinernema &#8211; Fadenwürmer (Nematoden) &#8211; Nematoden der Art Steinernema feltiae- Re-Natur GmbH. PDF-Download.<br />
https://www.re-natur.de/shop/downloads/dl/file/id/245/product/784/steinernema_feltiae.pdf [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (?): Trauermücken. UMWELTBUNDESAMT (DE), Website-Artikel.<br />
https://www.umweltbundesamt.de/trauermuecke [02.11.2020]</p>
<p>KOLLER, MARTIN (2009): Vergleich verschiedener direkten Regulierungsmöglichkeiten der Trauermücken in der biologischen Topfkräuterproduktion. Tagungsband der 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau (Band 1). Verlag Dr. Köster, Berlin.<br />
https://orgprints.org/14461/1/Koller_14461.pdf [02.11.2020]<br />
https://orgprints.org/14461/2/Poster_Trauermuecken_Koller_wisstagung2009.pdf [02.11.2020]</p>
<p>RUISINGER, MARION (2019): Biologische Bekämpfung von Trauermücken. Landwirtschaftskammer, Online-Artikel.<br />
https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/zierpflanzenbau/biologisch/bekaempfung-trauermueckenlarven.htm [02.11.2020]</p>
<p>WACHTMANN, SVEN (2018): Neem -biologisches Pflanzenschutzmittel. Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V., PDF-Download.<br />
https://www.gartenfreunde-berlin.de/gartenfachberatung/tipps-fuer-den-garten/neem-biologisches-pflanzenschutzmittel/166 [02.11.2020]</p>
<p>WADAS, RENÉ  (2019): Der Pflanzenarzt. Mein Großes Praxisbuch für Garten und Balkon. Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 60-63, 3. Auflage.</p>
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		<title>Pinguicula (Fettkraut) pflegen</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Feb 2020 20:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>[table id=pinguicula /] 1. Fettkräuter (Pinguicula spec.) &#8211; Vorkommen und Historie Zur zusätzlichen Bekämpfung von Trauermücken und Schnaken eignen sich</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Pinguicula (Fettkraut) pflegen</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Pinguicula (Fettkraut) pflegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5><strong>[table id=pinguicula /]<br /><br />1. Fettkräuter (</strong><em><strong>Pinguicula</strong></em><strong> spec.) &#8211; Vorkommen und Historie</strong></h5>
<p>Zur zusätzlichen Bekämpfung von Trauermücken und Schnaken eignen sich durch ihre mit klebrigem Sekret besetzen Blätter vor allem verschiedene <a href="https://www.carniflor.de/category/gattungen/pinguicula/">Fettkräuter</a>.<br />Die Hauptzahl der Arten stammt aus Mexico und dem Süden der USA, weitere Vorkommen existieren punktuell jedoch weltweit. In Europa findet man unter anderem die Arten <em>P. vulgaris, P. grandiflora, P. alpina </em>und <em>P. hirtiflora</em>, meist an schattigeren Stellen torfig-sandiger Erhöhungen oder teils (fast) lithophytisch an Felshängen wachsend. Durch die natürlich bedingte Toleranz gegenüber einem verhältnismäßig geringen Lichtbedarf, eignen sich Fettkräuter auch besonders für die Fensterbankkultur.</p>



<p>Bereits im 19. Jahrhundert beschäftigten sich, angestoßen durch die zahlreichen Experimente <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin">Charles Darwin</a>&#8217;s und die relativ einfachen Haltungsbedingungen der Fettkräuter, etliche Wissenschaftler mit dieser faszinierenden Gattung. Darwins Theorien, die Pflanzen würden die Insekten über die Ausscheidungen von Sekret verdauen und sich an der gewonnen Lösung nähren, fand jedoch nicht nur Anklang. Im Magazin &#8222;The Gardeners Chronicle&#8220; von 1875 wurde Darwin sogar mit einem sarkastischen Gedicht verspottet [1].</p>
<p>Doch nicht nur Darwin war von den einzigartigen Pflanzen fasziniert. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Jacques_%C3%89douard_Morren">MORREN</a> kultivierte 1875 einige Exemplare von <em>P. alpina</em> und <em>P. longifolia</em>, isolierte gefangene Fliegen und untersuchte sie anschließend unter dem Mikroskop. Bei genauerer Betrachtung konnte er so zahlreiche Bakterien und ein umschließendes pilzliches Mycel erkennen. Eine anschließende Untersuchung des Sekrets zeigte ähnliche Organismen, weshalb er schließlich folgerte, die Zersetzung der Insekten beruhe lediglich auf den im Sekret vorhandenen Kleinstlebewesen. MORREN&#8217;s Beobachtungen konnten bei weiterer Sekret-Untersuchung von <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1438-8677.1889.tb05712.x">TISCHUTKIN</a> 1889 bestätigt werden. [2]<br />Weitere, peniblere Untersuchungen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Goebel">GOEBEL</a> ergaben 1891 jedoch das Gegenteil und bestätigen die Karnivorie von <em>Pinguicula</em>, womit die Theorie von Charles Darwin endgültig bestätigt wurde: Durch die Absonderung eines antiseptischen Stoffes im Sekret wird Fäulnis und Bakterienbefall der Beute verhindert. Bei zu großem Fang versagt diese Methode jedoch, weshalb Fettkräuter auf kleine Insekten als Beute angewiesen sind. [2]<br />Modernere Untersuchungen ergaben zudem, dass sich einige Fettkrautarten zusätzlich zu ihrer tierischen Beute auch mit Pollen verschiedener Pflanzen ernähren, der durch den Wind auf den klebrigen Blättern verklebt. So fand man in einer Studie sogar heraus, dass die effektiv genutzte Beute von P. vulgaris sogar bis zu 50% aus Pollen bestehen kann (Karlsson et al. 1994). [1]</p>
<figure id="attachment_268" aria-describedby="caption-attachment-268" style="width: 598px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-268 size-full" src="http://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot_2019-10-28-carniflor-auf-Instagram-„Pinguicula-x-Tina“.png" alt="pinguiculaxtina_bluete" width="598" height="598" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot_2019-10-28-carniflor-auf-Instagram-„Pinguicula-x-Tina“.png 598w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot_2019-10-28-carniflor-auf-Instagram-„Pinguicula-x-Tina“-300x300.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot_2019-10-28-carniflor-auf-Instagram-„Pinguicula-x-Tina“-150x150.png 150w" sizes="(max-width: 598px) 100vw, 598px" /><figcaption id="caption-attachment-268" class="wp-caption-text">Pinguicula x &#8218;Tina&#8216; in Blüte</figcaption></figure>
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<p></p>
<h5 class="has-medium-font-size"><strong>2. Pinguicula pflegen<br />2.1 Bewässerung, Temperatur &amp; Winterruhe</strong></h5>
<p>

</p>
<p>Während die Pflanzen im Sommer stets leicht feucht gehalten werden sollten und ein leichter Anstau bei guter Luftzirkulation möglich ist, sollte die Bewässerung im Winter bei <a href="http://www.gluch.info/pingu3.htm">heterophyllen Arten</a> aus Mexico während der Ruheperiode zurückgestellt werden und das Substrat antrocknen. Denn heterophylle Arten begeben sich, im Gegensatz zu homophyllen Arten, in den Wintermonaten bei sinkender Temperatur und Belichtungszeit in eine Winterruhe, bei der der Wasserbedarf entsprechend sinkt und bei mexikanischen Arten oftmals mit dem von Kakteen zu vergleichen ist. Bei kühleren Temperaturen (um die 5°C) kann die Bewässerung im Winter sogar fast gänzlich ausgesetzt werden. Vorbereitend auf diese Bedingungen bilden sich ab Herbst an den Pflanzen nur noch kleine Blätter, meist in Form einer kompakten Rosette, die keine karnivore Funktionen mehr erfüllen und der Pflanze nur zum Überdauern bis zur nächsten Wachstumsperiode dienen. Die sogenannten temperierten Arten wie <em>P. vulgaris</em> und <em>P. grandiflora</em>, welche hauptsächlich in Europa vorkommen, ziehen sich mit Beginn der Wintermonate (meist bereits im späten Herbst) oder bei zu warmen Temperaturen jedoch in eine Art unterirdische Zwiebel zurück, an derer Basis sich in der Folgesaison zahlreiche kleine Tocherpflanzen zur Vermehrung bilden. Solche Arten lassen sich auch in Deutschland hervorragend im Freiland (im Moorbeet) oder alternativ auch im beheizten Gewächshaus bei 0-5°C kultivieren, sollten im Gegensatz zu ihren mexikanischen Schwestern jedoch auch über die Wintersaison leicht feucht gehalten werden. Da die meisten mexikanischen Arten auf Granitfels oder Kalkstein wachsen, können sie auch problemlos mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen werden. Auch die meisten temperierten <em>Pinguicula</em> Arten vertragen eine Bewässerung mit kalkhaltigem Gießwasser ohne Probleme.</p>
<p>Abhängig von der Wuchsform, unterscheidet man bei den Fettkräutern fünf verschiedene Gruppen:</p>
<ul>
<li>temperiert heterophylle Arten &#8211; 2 Blattformen, aus kälteren (v.a. nördlichen) Regionen (teilweise bis -20°C+), Ruhephase im Winter</li>
<li>tropisch heterophylle Arten &#8211; 2 Blattformen, aus wärmeren Regionen (bis ~5-10°C), Trockenphase im Winter</li>
<li>einjährig homophylle Arten &#8211; 1 Blattform, sterben meist zu Jahresende ab, Vermehrung durch v.a. durch Samen</li>
<li>ausdauernd homophylle Arten &#8211; 1 Blattform, zwei- oder mehrjähriger Wuchs, Vermehrung durch v.a. durch Samen, ganzjärig feucht halten. (bis ~5-10°C+)</li>
<li>anisophyle Arten &#8211; 3 Blattformen, die aus der Winterrosette entstehenden ersten karnivoren Blätter unterscheiden sich von den karnivoren Blättern die in der Hauptsaison gebildet werden, Ruhephase im Winter (teilweise bis -20°C+)</li>
</ul>
<p>

</p>
<figure id="attachment_532" aria-describedby="caption-attachment-532" style="width: 1719px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-532 size-full" src="http://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header.png" alt="pinguicula-blüten" width="1719" height="603" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header.png 1719w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header-300x105.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header-1024x359.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header-768x269.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/ping_header-1536x539.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1719px) 100vw, 1719px" /><figcaption id="caption-attachment-532" class="wp-caption-text">Besonders schön wirken die Blüten der Fettkräuter, wenn sie in Gruppen von mehreren Pflanzen gepflanzt werden.</figcaption></figure>
<h5 class="has-medium-font-size"><strong>2.2 Licht<br /></strong></h5>
<p>Obwohl <em>Pinguicula</em> im Vergleich zu anderen Karnivoren relativ wenig Licht benötigen, ist ein ausreichendes Lichtangebot obligatorisch. Für eine gute Ausfärbung benötigen <em>Pinguicula</em> eine Gesamtlichtmenge von etwa 15 Mol pro Tag. Dies entspricht etwa 250-300 µMol PPFD Belichtungsstärke auf Pflanzenhöhe bei 13h Belichtungszeit. Mindestens sollten 10 Mol am Tag oder 200 µMol PPFD bei 12h Belichtungszeit garantiert werden. Die Kultur am Südfenster ist durchaus möglich, allerdings erfordert sie in den Wintermonaten entsprechende Zusatzbelichtung. Besser gestaltet sich die Kultur unter Kunstlicht in Regalen oder im schattierten Gewächshaus.</p>
<h5 class="has-medium-font-size"><strong>2.3 Blütenaufbau und Vermehrung</strong></h5>
<p>Die zahlreichen malerischen Blüten bieten mit ihrer <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/pinguicula/">Vielfalt an Farben und Formen</a> nicht nur einen Hingucker für das Auge, sondern dienen bei reinen Arten auch für die Kreuzung von Hybriden. Durch den äußerst filigranen Blütenaufbau und den abzupassenden Zeitpunkt der Reife des Pollens und der Aufnahmefähigkeit der Narbe gestaltet sich der Bestäubungsvorgang jedoch manchmal recht schwierig. Für ein Erfolgserlebnis sind sicherlich mehrere Versuche notwendig, um die richtige Technik zu erlangen.<br />Die besten Ergebnisse der Samenproduktion erzielen einige einjährige und vor allem in Europa heimische Fettkrautarten. Ein Vorteil dieser Arten ist, dass die Blüten sich meist selbstbestäuben und sortenreine Samen abwerfen, so lange sie nicht durch äußere Einflüsse mit anderen Pflanzen der Kultur gekreuzt wurden. Einfacher gestaltet sich die Vermehrung über Blattstecklinge. Diese Methode scheint jedoch fast ausschließlich bei mexikanischen Fettkräutern Erfolg zu bieten. Hierfür werden untere, am Boden anliegende Blätter vorsichtig mitsamt der weißen Blattbasis gelöst und auf leicht feuchtes, mineralisches Substrat (wie Vermiculit) gelegt und anschließend in eine schattige Ecke gestellt. Nach einigen Wochen entwickeln sich an der Blattbasis nun zahlreiche Zellhaufen, die zu mehreren Jungpflanzen heranwachsen und später vereinzelt werden können.</p>
<p>



</p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter is-resized">
<figure id="attachment_134" aria-describedby="caption-attachment-134" style="width: 550px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-134" src="http://www.carniflor.org/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11.png" alt="Pinguicula Blütenaufbau 1/2" width="550" height="550" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11.png 545w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-150x150.png 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-300x300.png 300w" sizes="auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px" /><figcaption id="caption-attachment-134" class="wp-caption-text">(1/2) Blütenaufbau von Pinguicula: Durch den filigranen Aufbau ist die Bestäubung recht schwierig</figcaption></figure>
</figure>
</div>
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<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter is-resized">
<figure id="attachment_135" aria-describedby="caption-attachment-135" style="width: 550px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-135" src="http://www.carniflor.org/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-002.png" alt="Pinguicula Blütenaufbau 2/2" width="550" height="550" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-002.png 510w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-002-150x150.png 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/Screenshot-06_11-002-300x300.png 300w" sizes="auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px" /><figcaption id="caption-attachment-135" class="wp-caption-text">(2/2) Blütenaufbau von Pinguicula: Durch den filigranen Aufbau ist die Bestäubung recht schwierig</figcaption></figure>
</figure>
</div>
<p>





</p>
<h5 class="has-medium-font-size"><strong>2.4 Substrat</strong></h5>
<p>Die<a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-substrate/"> Ansprüche an das Substrat</a> unterscheiden sich je nach Art. Für die meisten mexikanischen Fettkräuter und Hybriden empfehlen sich stark torfreduzierte, mineralische Substrate mit einem Gemisch aus Lava &amp; Bims (50:50), Seramis, Perliten, Vermiculiten und etwas Sand im Verhältnis von etwa 4:1:1:1:1. Einige Züchter berichten auch von guten Erfahrungen mit reinem Vermiculit als Substrat. Die Kultur auf reinen Lava-, Gips, oder Spaghettisteinen liefert ebenfalls äußerst zufriedenstellende Ergebnisse. Bei dieser Methode sollten die Steine etwa ein bis zwei Mal die Woche besprüht werden. Da die meisten mexikanischen Arten auf Granitfels oder Kalkstein wachsen, können sie auch problemlos mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen werden.</p>
<p>Temperierte Arten sollten in torfhaltigen Substraten gehalten werden (z.B.: Torf, Sand, Perlite (3:1:1)). Eine Beimischung von Kalk bei einigen Exemplaren durchaus möglich und bei einigen Arten wie <em>P. vallisneriifolia</em> für ein optimales Wachstum sogar obligatorisch. Ein kleiner Anteil an Kakteenerde bevorratet das Substrat mit einem dezenten Nährstoffanteil. Dieser sollte jedoch nicht zu hoch ausfallen, da die Pflanzen sonst zwar beachtliche Größen erreichen, sich jedoch nicht mehr so intensiv ausfärben. Durch die großräumige Verbreitung gestalten sich die Anforderungen an das Substrat bei temperierten Fettkräutern jedoch stark nach Herkunft und Habitat der Pflanzen und können sich teilweise stärker voneinander unterscheiden. Wir empfehlen daher vor der Kultur spezieller oder seltener Arten noch einmal artspezifische Informationen einzuholen (zB. auf <a href="https://www.pinguicula.org">www.pinguicula.org</a> oder <a href="http://www.gluch.info/pingu3.htm">www.gluch.info/pingu3.htm</a>). Für detaillierte Einblicke zu unseren Erfahrungen zu verschiedenen <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-substrate/">Substraten für Fettkräuter</a>, empfehlen wir an dieser Stelle auch gerne unseren spezifischen <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-substrate/">Beitrag</a>.</p>
<figure id="attachment_521" aria-describedby="caption-attachment-521" style="width: 550px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-521" src="http://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/grandiflora_2020_02.jpg" alt="" width="550" height="550" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/grandiflora_2020_02.jpg 960w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/grandiflora_2020_02-300x300.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/grandiflora_2020_02-150x150.jpg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/grandiflora_2020_02-768x768.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px" /><figcaption id="caption-attachment-521" class="wp-caption-text">Winterharte Fettkräuter wie Pinguicula grandiflora bilden über den Winter zwiebelartige Hibernakula</figcaption></figure>
<p>



</p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter is-resized">
<figure id="attachment_141" aria-describedby="caption-attachment-141" style="width: 550px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-141" src="http://www.carniflor.org/wp-content/uploads/2019/11/colimensis_gypsicola-1024x981.jpg" alt="Pinguicula colimensis x gypsicola (Winter-Rosette)" width="550" height="527" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/colimensis_gypsicola-1024x981.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/colimensis_gypsicola-300x287.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2019/11/colimensis_gypsicola-768x736.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px" /><figcaption id="caption-attachment-141" class="wp-caption-text">Pinguicula colimensis x gypsicola (Winter-Rosette)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_844" aria-describedby="caption-attachment-844" style="width: 550px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-844" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3.jpeg" alt="pinguicula-anisophyll" width="550" height="550" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3.jpeg 1600w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3-300x300.jpeg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3-1024x1024.jpeg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3-150x150.jpeg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3-768x768.jpeg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/02/valli_3-1536x1536.jpeg 1536w" sizes="auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px" /><figcaption id="caption-attachment-844" class="wp-caption-text">Anisophylle Arten wie Pinguicula vallisneriifolia bilden über das Jahr hinweg verschiedene Blattformen aus.</figcaption></figure>
</figure>
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<h5><strong>Traditionelle Verwendung [1]</strong></h5>
<p>Trotz ihrer recht seltenen Vorkommen ist auch bei Fettkräutern eine traditionelle Nutzung bekannt, die weit über den Wert als Zierpflanze hinaus reicht.<br />Im 16. bis 17. Jahrhundert nutzte man die Pflanzen zwar auch um Tierherden und Menschen vor bösen Geistern, Feen und Hexen zu schützen, allerdings schien man sich auch bereits der antiseptischen Wirkung des Sekrets bewusst zu sein, da man es bereits zu jenen Zeiten auf Wunden von Haus- und Nutzvieh aufstrich, um die Wundheilung zu fördern. Darüber hinaus sollen die frisch gesammelten (und von Verunreinigungen befreiten) Blätter der in Europa heimischen Art <em>Pinguicula vulgaris</em> oft mit warmer Milch übergossen worden sein, die anschließend nach ein bis zwei Tagen Ruhezeit durch bakterielle und enzymatische Vorgänge aus dem Fettkraut-Schleim säuerlich wurde und eine cremige, joghurtartige Konsistenz bildete. Das als nahrhaft angesehene Getränk ist vor allem und teils noch heute in nördlichen Ländern bekannt, jedoch unterscheiden sich die Bezeichnungen regional. In Schweden ist das Milchprodukt vor allem als &#8222;<a href="https://schweden-tipp.de/filmjoelk-sauermilch/">Filmjölk</a>&#8220; oder &#8222;<a href="https://books.google.de/books?id=WfWGBwAAQBAJ&amp;pg=PA994&amp;lpg=PA994&amp;dq=T%C3%A4tmj%C3%B6lk&amp;source=bl&amp;ots=D-MENm2X2E&amp;sig=ACfU3U1IOPMPe7bCD_QjAbhKt_joi8vYxA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjsu6Dmy9vnAhUKV8AKHd1NDAkQ6AEwD3oECFwQAQ#v=onepage&amp;q=T%C3%A4tmj%C3%B6lk&amp;f=false">Tätmjölk</a>&#8220; bekannt, in Norwegen kennt man es unter dem Namen &#8222;<a href="https://arcticgrub.wordpress.com/2013/05/29/tjukkmjolk-a-historic-norwegian-dairy-product-with-the-taste-of-summer/?iframe=true&amp;preview=true/">Tjukkmjolk</a>&#8220; und in Finnland bezeichnet man die Milch als &#8222;<a href="https://www.researchgate.net/publication/307475948_Viili_as_Fermented_Food_in_Health_and_Disease_Prevention_A_Review_Study">Viili</a>&#8222;. [1,6,7]<br />Im frühen 20. Jahrhundert nutzte man die Blätter und deren enzymatische Wirkung in Deutschland jedoch vor allem um Fleisch vor dem Garen zarter werden zu lassen, wozu die Fleischportionen über Nacht mit Blättern des Fettkrauts abgedeckt wurden. [1,7]<br />Seit den 1990er Jahren fanden zahlreiche weitere Untersuchungen des Sekrets von Pinguicula statt, die die antiseptischen und bakteriellen Aktivitäten innerhalb der Sekretproben bestätigten. Ferner konnte die Anwesenheit einiger wichtiger sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide, Carotenoide und Zimtsäure, wenn auch in geringer bioaktiver Wirkung, nachgewiesen werden. Fettkräuter haben also viel mehr zu bieten als nur niedliche Blüten.</p>
</div>
<p>







</p>
<pre class="wp-block-preformatted"><strong>Zusammenfassung</strong>

<strong><em>Substrat</em></strong><br />- reiner Torf selten
- mexikanische Arten: mineralische Substrate (Lava, Bims, Perlite, Vermiculit, Sand)
- temperierte Arten: Torf-Sand-(Perlite) (3:1:(1))
- Spaghetti-Steine, Kalksteine...

<strong><em>Bewässerung</em></strong>
- Sommer: feucht halten, sehr leichter Anstau bei temperierten Arten möglich
- Winter: temperierte Arten leicht feucht halten, mexikanische Arten in Winterruhe trocken halten und zumindest durchtrocknen lassen.

<strong><em>Licht</em></strong>
- halbschattig, aber hell

<strong><em>Winterruhe</em></strong>
- teils, bei kühler Überwinterung müssen die Pflanzen trocken gehalten werden!</pre>
<h6>Literatur</h6>
<p>1] ROCCIA A., O. GLUCH, et al. (2016): Pinguicula of the Temperate North. Redfern Natural History Productions.<br />2] SCHULZ, B. (1965) &#8211; Fleischfressende Pflanzen. Ziemsen Verlag.<br />3] www.pinguicula.org [02.02.2020, 20:11]<br />4] www.gluch.info/pingu3.htm [02.02.2020, 20:46]<br />5] CAROW, FÜRST (1998): Fleischfressende Pflanzen &#8211; Artenübersicht &#8211; Kultur &#8211; Vermehrung. Verlag Thomas Carow, 11. Auflage.<br />6] MEYERHOFER, E., C. PIRQUET (1926): Lexikon der Ernährungskunde. Springer Verlag, 5. Lieferung. S. 994.<br />7] KOENIG, J. (1904): Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährungslehre. Verlag Julius Springer, 4. Auflage. S548, 638</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p><p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Pinguicula (Fettkraut) pflegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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