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	<title>Trauermücke Archive - CARNIFLOR</title>
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	<title>Trauermücke Archive - CARNIFLOR</title>
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		<title>Blattläuse erfolgreich bekämpfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 20:00:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Blattläuse erfolgreich bekämpfen &#8211; Alles über die Vermehrung und Bekämpfung von Blattläusen Die Blattlaus gehört zu den bedeutendsten Schädlingen in</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/blattlaeuse-erfolgreich-bekaempfen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Blattläuse erfolgreich bekämpfen</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.carniflor.de/blattlaeuse-erfolgreich-bekaempfen/">Blattläuse erfolgreich bekämpfen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.carniflor.de">CARNIFLOR</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Blattläuse erfolgreich bekämpfen &#8211; Alles über die Vermehrung und Bekämpfung von Blattläusen</h3>
<p>Die Blattlaus gehört zu den bedeutendsten Schädlingen in der Kultur von Pflanzen. Bei vielen Pflanzen kann ein Befall zu starken Schäden führen, der sich meist durch Deformationen im Blattwuchs oder gar gänzlichen Verkrüppelungen von Neuaustrieben äußert. In diesem Beitrag wollen wir daher erklären, wie Blattläuse leben und sich vermehren und darüber hinaus natürlich auch auf einige Bekämpfungsmethoden eingehen.</p>
<h4><strong>Schadbilder &amp; Erscheinungsformen</strong></h4>
<p>Blattläuse gehören zu den stechend-saugenden Insekten. Mit ihren Mundwerkzeugen zapfen sie die Pflanzen (beziehungsweise die Assimilat-transportierenden Leitungsbahnen &#8211; das Phloem) gezielt an, um den enthaltenden Pflanzensaft auszusaugen. Dabei besteht neben der Gefahr von Entwicklungsstören und Deformationen auch ein erhöhtes Risiko für die Übertragung und anschließende Infektion mit Bakterien und Viren, für die Blattläuse als Vektoren dienen. Die Besiedlung erfolgt demnach vorwiegend an Blättern, Blüten und Stängeln. Einige Arten siedeln sich jedoch auch im Wurzelbereich an.<br />
In Europa existieren derzeit etwa 800 verschiedene Blattlausarten. Diese erscheinen meist oval oder sackförmig, sind 1-7mm lang und können artspezifisch in verschiedensten Farben, meist grün oder gelblich, aber auch in braun, rot oder gar schwarz auftreten. Außerdem besitzen Blattläuse drei Beinpaare (6 Beine) und 1 Fühlerpaar. Am Hinterleib (Abdomen) befinden sich darüber hinaus noch röhrenartige Ausstülpungen, die als Siphonen bezeichnet werden und zur Absonderung von Abwehrpheromonen und Honigtau, den zuckerhaltigen und daher stark klebrigen Ausscheidungen der Läuse, dienen. Da in einer Art jeweils verschiedene Erscheinungsformen (Morphen) existieren, ist eine genaue optische Bestimmung für den Laien meist kaum möglich. Viele Blattlausarten haben sich allerdings auch auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, wodurch die Bestimmung etwas konkretisiert werden kann.<br />
Die meisten Blattläuse pflegen eine diözische Lebensweise. Sie vollziehen also innerhalb des Jahres einen Wirtswechsel zwischen unterschiedlichen Pflanzenarten.</p>
<figure id="attachment_1201" aria-describedby="caption-attachment-1201" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1201 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1024x576.png" alt="erscheinungsformen-von-blattlaeusen" width="1024" height="576" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1024x576.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage-1536x864.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaeuse-collage.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1201" class="wp-caption-text">Abbildung: Blattläuse können in zahlreichen Farben auftreten. Die bekanntesten Arten sind grün, gelblich oder schwarz.</figcaption></figure>
<p>Neben der Saugtätigkeit der Blattläuse kann eine zunehmende Verschmutzung mit Honigtau darüber hinaus zu einemm Befall von Rußpilzen führen, die sich zwar hauptsächlich von der stark zuckerhaltigen Lösung ernähren, allerdings eine deutliche optische Beeinträchtigung darstellen.<br />
Bemerkenswert ist auch, dass zwischen Ameisen und Blattläusen eine Art Symbiose zu herrschen scheint, da sich viele Ameisenarten ebenfalls mit Vorliebe von dem zuckerhaltigen Honigtau ernähren und die Blattlauskolonien im Gegenzug pflegen, schützen und deren Verbreitung unterstützen. Vereinfacht könnte man daher fast sagen, die Ameise hält sich die Blattlaus, wie der Mensch die Milchkuh.</p>
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<h4><strong>Vermehrung von Blattläusen</strong></h4>
<p>Die Vermehrung von Blattläusen gestaltet sich recht kompliziert, da sie sowohl gewöhnlich über die Eiablage, als auch über Lebendgeburten, der sogenannte Jungfernzeugung oder Parthenogenese erfolgt. Den Kreislauf der ungeschlechtlichen Vermehrung bezeichnet man auch als Anholozyklus (den unvollständigen Zyklus). Doch dazu später etwas mehr.</p>
<h4><strong>Holozyklus (vollständiger Zyklus)</strong></h4>
<p>Zunächst beginnt die Vermehrung der Blattläuse mit dem Schlupf der Stammmutter (Fundatrix) aus den überwinternden Eiern im Frühjahr, die bereits die ersten Nachkommen gebärt. Diese beginnen bereits jetzt mit der ungeschlechtlichen Fortpflanzung und erzeugen über den Sommer mehrere, ausschließlich weibliche Generationen, die auch als Virgines bezeichnet werden. Sind die Entwicklungsbeidungen für diese Generationen besonders gut und die „Oper-Pflanze“ besonders stark besiedelt, bilden einige der Blattläuse daraufhin zunächst Flügelpaare aus, mit denen sie weitere Pflanzen besiedeln und somit auch den Wirt vom Winterwirt zum Sommerwirt wechseln, während die restlichen Tiere verbleiben. Man bezeichnet diese wirtswechselnden Generationen in der Fachwelt auch gerne als Migrantes. Auf den Sommerwirten, die meist einen hohen Gehalt an Aminosäuren aufweisen, kann sich dieser Vorgang anschließend noch mehrfach wiederholen.<br />
Im Verlaufe des Herbstes beginnt, gesteuert durch Tageslänge und Temperatur, nun auch die sexuelle Vermehrung. Die teils beflügelten, teils unbeflügelten Geschlechtstiere werden auch als Sexupare bezeichnet und erzeugen wiederrum die nächste Generation an Eiern, die bis zum darauffolgenden Frühling überwintern.</p>
<p>Mit lediglich 7-14 Tagen Entwicklungszeit bis zum adulten (ausgewachsenen) Tier, weisen Blattläuse eine relativ kurze Entwicklungszeit auf, auf Grund derer sich in kürzester Zeit massive Befallsherde bilden können.</p>
<h4><strong>Anholozyklus (unvollständiger Zyklus)</strong></h4>
<p>Im Anholozyklus, bei der die Vermehrung ausschließlich asexuell über Jungfernzeugung (Parthenogenese) erfolgt, existiert kein Wirtswechsel. Die Virgines überwintern hierbei auf dem Sommerwirt. Da Blattläuse leider auch durch eine äußert starke Frostresistenz gekennzeichnet sind, werden die überwinternden Tiere lediglich bei anhaltenden Temperaturen ab etwa -11°C abgetötet. Bei besonders milden Wintern können im folgenden Frühjahr dann schon bereits beim Austrieb massive Schäden an den Pflanzen entstehen.</p>
<figure id="attachment_1202" aria-describedby="caption-attachment-1202" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-1202 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1024x577.png" alt="blattlaus-aufbau" width="1024" height="577" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1024x577.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau-1536x865.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/blattlaus-aufbau.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1202" class="wp-caption-text">Abbildung: Die Blattlaus im Detail. Am Hinterleib (Abdomen) sind die Honigtau- und Pheromon-ausscheidenden Drüsen (Siphonen) deutlich zu erkennen.</figcaption></figure>
<h4><strong>Bekämpfung &#8211; Spritzmittel oder Nützlinge?</strong></h4>
<p>Bei der Beseitigung von Blattläusen muss auch bei der Wahl von Spritzmitteln nicht immer gleich zur chemischen Keule gegriffen werden.<br />
Aus Omas Garten bekannte Hausmittel oder handelsübliche Präparate auf Basis von Kaliseife, Raps- oder <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl</a><span style="color: #993300;">*</span>, welche meist auf ein Ersticken der Schädlinge, bzw. die Zerstörung der Atmungsorgane und der äußeren Zellstruktur abzielen, eignen sich meist ebenso gut zur Bekämpfung wie stärkere chemische Mittel. Wichtig ist lediglich eine frühzeitige Behandlung, welche nach 7-14 Tagen noch einmal wiederholt werden sollte, um etwaige überlebende oder neu angesiedelte Schädlinge oder deren Eier oder Larven zu erfassen!<br />
Ein Vorteil vieler Spritzpräparate ist die Möglichkeit der vollständigen Beseitigung der Schädlinge, welche beim Einsatz von Nützlingen meist nicht gegeben ist, da sich bei der erfolgreichen Anwendung von Nützlingen zumeist lediglich ein Ungleichgewicht zugunsten der Nützlinge einstellt. Eine komplette Schädlingsvernichtung ist mit dem Einsatz von nützlichen Antagonisten daher kaum möglich. Die Populationsdichte kann dann lediglich (wenn auch mitunter deutlich) unter der Schadschwelle gehalten werden.<br />
Entscheidet man sich trotz dessen für den Einsatz von Nützlingen, stehen mehrere potentielle Antagonisten („Gegenspieler“) zur Verfügung, die du saisonbedingt bei deinem Nützlings-Anbieter des Vertrauens erhältst (unsere persönliche Empfehlung: <a href="https://www.katzbiotech.de/">Katz-Biotech</a>). Vor der Anwendung solltest du allerdings die Temperaturverträglichkeit kontrollieren, da die Nützlingsanwendung auch eine gewisse (artspezifische) Mindesttemperatur erfordert.</p>
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<h4><strong>Marienkäfer/Marienkäferlarven</strong></h4>
<p>Der wohl bekannteste Blattlaus-Antagonist ist der Marienkäfer, beziehungsweise dessen fraßfreudige Larven, die sich mit Vorliebe von Blattläusen ernähren. Auch unter den Marienkäfern existieren verschiedene Arten, die sich vor allem an der Anzahl ihrer Punkte und der Färbung unterscheiden lassen. Die Anzahl der Punkte eines Marienkäfers gibt also nicht wie irrtümlich weit verbreitet das Alter an, sondern ist vielmehr artabhängig. Der Siebenpunkt-Marienkäfer (<em>Coccinella septempunctata</em>) oder der Vierzehnpunkt-Marienkäfer (<em>Propylaea quatuordecimguttata</em>) sind in der Anwendung gegen Blattläuse am weitesten verbreitet.<br />
<a href="https://amzn.to/31LRDOY">Geliefert werden Marienkäfer</a><span style="color: #800000;">*</span> in Form von Larven in Waben oder als Eier auf kleinen Scheiben,  die es in den Bestand einzuhängen gilt. Nach dem Schlupf/nach der Verbreitung beginnen die hungrigen Larven sofort mit dem Fraß. Vor allem bei der Anzucht von Kannenpflanzen fallen viele der adulten Marienkäfer jedoch den relativ großen Fallenöffnungen zum Opfer, wodurch sie sich weniger zur längerfristigen Bekämpfung eignen. Ebenso ungünstig sind Pflanzen mit Klebefallen, wie der <a href="https://www.carniflor.de/sonnentau-pflegen/">Sonnentau (Drosera spec.)</a> oder das <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkraut (Pinguicula spec.)</a>.</p>
<p>Hast du schon einmal einen komplett schwarzen Marienkäfer in deinem Pflanzenbestand gesichtet? Sehr gut! Hierbei könnte es sich um den Spinnenmilben-Marienkäfer (<em>Stethorus punctillum</em>) handeln, der sich monophag (also ausschließlich) von Spinnmilben ernährt.<br />
Ein vermehrtes Auftreten dieser Art könnte also ein Indiz für die Anwesenheit von Spinnmilben sein, die du umgehend weiter bekämpfen solltest!</p>
<figure id="attachment_1203" aria-describedby="caption-attachment-1203" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-1203 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1024x684.jpg" alt="ameise-pflegt-blattlaus" width="1024" height="684" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1024x684.jpg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-300x200.jpg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-768x513.jpg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920-1536x1026.jpg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/ant-4260140_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1203" class="wp-caption-text">Abbildung: Eine Ameise pflegt und &#8222;melkt&#8220; eine Blattlaus. Ameisen nutzen die Ausscheidungen der Blattläuse (Honigtau) als Nahrungsquelle, weshalb sie sie schützen und pflegen.</figcaption></figure>
<h4><strong>Florfliegenlarven</strong></h4>
<p>Neben den Marienkäfern stehen darüber hinaus die <a href="https://amzn.to/2Pyv3Xx">Larven der Florfliege</a><span style="color: #800000;">*</span> (<em>Chrysoperla carnea</em>) als effektive Bekämpfungsmethode zur Verfügung. Erwachsene Florfliegen, die nicht räuberisch leben, erscheinen grünlich mit zwei breiten, netzartigen Flügeln. Die Larven, die etwa einen Zentimeter Größe erreichen, erscheinen wiederrum gelblich-bräunlich gesprenkelt und besitzen zwei Zangen an den Mundöffnungen, mit denen die Beute gegriffen und ausgesaugt wird. Neben Blattläusen werden durch Florfliegenlarven auch eine Vielzahl an anderen Schädlingen erfasst, etwa Thripse, Spinnmilben, Zikaden (-Eier), Raupen und Schmierläuse. Adulte Florfliegen ernähren sich lediglich von Pollen, Honigtau und Nektar und tragen daher nicht direkt zur Bekämpfung der Schädlinge bei.<br />
Wie bei Marienkäfern erfolgt die Auslieferung in Form von Eiern oder Larven, die es in den Bestand einzuhängen gilt. Seltener erfolgt die Lieferung in Form von Einstreu.</p>
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<h4><strong>Gallmücken- und Schwebfliegenlarven</strong></h4>
<p>Ebenso gut eignen sich die Larven der Gallmücke (<em>Aphidoletes aphidimyza</em>) und der Schwebfliege (<em>Episyrphus balteatus</em>), die sich ausschließlich von Blattläusen ernähren.<br />
Während <a href="https://amzn.to/3fCpUs9">Schwebfliegen</a><span style="color: #800000;">*</span> eine ähnliche optische Gestalt wie Bienen und Wespen annehmen können, allerdings harmlos sind und sich darüber hinaus über die Fähigkeit charakterisieren, fliegend auf einer Stelle zu verharren, besitzen Gallmücken eher eine unscheinbare optische Gestalt, die normalen Stechmücken tatsächlich sehr nahe kommt.<br />
Im Gegensatz zu den anderen genannten Nützlingen werden diese Antagonisten allerdings meist auf lebendem Pflanzenmaterial oder in Streugut geliefert. Die Anwendung gestaltet sich jedoch ebenso unproblematisch und einfach, wie bei den anderen Anwendungsmethoden.</p>
<h4><strong>Schlupfwespen</strong></h4>
<p>Schlupfwespen besitzen wohl die außergewöhnlichste Methode zur Blattlausbekämpfung.<br />
Im Gegensatz zu den anderen eben genannten Antagonisten stehen die Blattläuse nämlich nicht etwa auf dem Speiseplan der Larven oder der adulten Tiere, die sie direkt angreifen und aussaugen.<br />
Die adulten Schlupfwespen fliegen die Blattläuse an und legen mit ihrem Legebohrer je ein Ei in die als Opfer auserkorene Blattlaus. In Folge dessen stirbt die Blattlaus ab und mumifiziert. Parasitierte und mumifizierte Blattläuse blähen anschließend auf und bekommen eine bräunlich erscheinende Hülle, aus denen sich die entwickelten Schlupfwespen mit in Form eines kleinen Lochs freischneiden. Parasitierte Blattlausmumien sind daher meist gut zu erkennen. Treten im Bestand bereits mumifizierte Blattlausmumien auf, sollte von einer Behandlung mit Spritzmitteln zum Wohle der Nützlinge zunächst abgesehen werden.<br />
Die <a href="https://amzn.to/3rMHa0k">Lieferung von Schlupfwespen</a><span style="color: #800000;">*</span> erfolgt meist als adultes Tier in einer Papiertüte. Diese muss nach Erhalt innerhalb der befallenen Kultur-Zone geöffnet und in den Bestand eingehängt werden, bevor die „vermehrungswütigen“ Tiere sofort mit der Suche nach einem geeigneten Ort zur Eiablage beginnen und die Schädlinge parasitieren.</p>
<p>Im Gegensatz zu den Larven und adulten Tieren des Marienkäfers und der Florfliege, eignen sich Schlupfwespen auch besonders gut zur Bekämpfung von Blattläusen an Pflanzen mit Klebefallen oder relativ großen Fallenöffnungen, da sich die Tiere nicht direkt auf den Pflanzen bewegen und somit letztendlich deutlich weniger in die Gefahr geraten, in den Fallen zu verenden.</p>
<figure id="attachment_1204" aria-describedby="caption-attachment-1204" style="width: 1024px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1204 size-large" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1024x577.png" alt="verschiedene-nuetzlinge" width="1024" height="577" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1024x577.png 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-300x169.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-768x432.png 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten-1536x865.png 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2021/02/nuetzlingsarten.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1204" class="wp-caption-text">Abbildung: Verschiedene Nützlinge. Florfliege (oben links), Marienkäferlarve (oben rechts), Schlupfwespe (unten links), Schwebfliege (unten rechts).</figcaption></figure>
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<h4><strong>Zusammenfassung</strong></h4>
<p>Blattläuse gehören zu den verbreitetsten Pflanzenschädlingen und weisen neben einer ausgesprochen starken Frostresistenz auch einen komplexen Vermehrungszyklus auf. Neben der Vermehrung über Eier sind Blattläuse auch in der Lage, sich asexuell über die Jungfernzeugung (Parthenogenese) fortzupflanzen. Die Entwicklungszeit zum adulten Tier beträgt durchschnittlich lediglich 7-14 Tage. Die Bekämpfung gestaltet sich jedoch relativ einfach, sofern man einen Befall frühzeitig erkennt und anschließend unverzüglich Gegenmaßnahmen ergreift. Bei der Bekämpfung muss hierbei nicht immer unbedingt sofort zur chemischen Keule gegriffen werden. Spritzmittel auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #993300;">*</span></a> eignen sich ebenso gut zur totalitären Schädlingsvernichtung und besitzen darüber hinaus meist sogar eine Zulassung für den ökologischen Pflanzenbau.<br />
Entscheidet man sich allerdings für die komplett natürliche Bekämpfung der Blattläuse, kann der gezielte Einsatz von Nützlingen zu einer starken Unterdrückung der Schädlingspopulation führen, vorausgesetzt die Witterungsbedingungen ermöglichen eine effektive Etablierung der Antagonisten. Eine komplette Vernichtung der Blattläuse ist mit Nützlingen allerdings nicht zu erwarten, da sich beim Nützlings-Einsatz meist lediglich ein Ungleichgewicht zu Ungunsten der Schädlinge einstellt. Eine Kombination verschiedener Nützlinge scheint einer Untersuchung zu Folge, bis auf einzelne Ausnahmen, durch Konkurrenz zwischen den einzelnen Arten darüber hinaus auch keinen positiven Einfluss auf die stabile Vernichtung der Schädlingspopulation zu haben (WIETHOFF, 2005).<br />
Hat sich bereits ein relativ starker Schädlingsbefall etabliert oder ist eine unmittelbare Wirkung gewünscht, sollte in jedem Fall zunächst auf ein Spritzmittel zurückgegriffen werden, um eine längerfristige Schädigung der Pflanze bis zum Einsetzen der Wirkung der Antagonisten zu verhindern! Auch wenn die natürliche Schädlingsbekämpfung einige Abstriche und etwas Vorüberlegung erfordert, ist sie im Allgemeinen dennoch sehr empfehlenswert. Für welche Art der Bekämpfung man sich entscheidet, bleibt letztendlich jedoch jedem selbst überlassen.</p>
<p>Apropos Schädlingsbekämpfung! Wenn ständig kleine, schwarze Fliegen über deinen Pflanzen kreisen, hast du sicherlich einen Befall an Trauermücken! Wie du Trauermücken am besten (biologisch) Bekämpft, nämlich mit der Hilfe von winzigen Fadenwürmern (sogenannten Nematoden), erfährst du in unserem Beitrag zur <a href="https://www.carniflor.de/trauermuecken-biologisch-bekaempfen/">biologischen Bekämpfung von Trauermücken</a>!</p>
<hr />
<h4><strong>Literatur und Quellenangaben</strong></h4>
<p>ANON. (2014): Sachgerechter Pflanzenschutz in Haus- und Kleingarten. 4. Auflage. Pflanzenschutzamt Berlin.</p>
<p>ANON. (2020): Blattläuse. Hinweise zur Pflanzengesundheit Haus und Kleingarten. Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Referat 32.<br />
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Service/Hinweise+zur+Pflanzengesundheit [18.02.2021]</p>
<p>HOFFMANN, G. et al. (1994): Lehrbuch der Phytomedizin. Blackwell Wissenschafts-Verlag Berlin, 3. Auflage.</p>
<p>VILCINSKAS, A. (2016): Biology and Ecology of Aphids. Taylor &amp; Francis Group, LLC.</p>
<p>WIETHOFF, J. (2005): Einsatz von Nützlingskombinationen gegen Blattläuse und Thripse im Gemüsebau unter Glas. Genehmigte Dissertation zur Erlangung des Grades eines DOKTORS DER GARTENBAUWISSENSCHAFTEN (Dr. rer. hort.). Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Hannover.<br />
https://www.repo.uni-hannover.de/bitstream/handle/123456789/6682/490471374.pdf? [18.02.2021]</p>
<h4><strong>Verweise</strong></h4>
<p>http://www.hortipendium.de/Blattläuse</p>
<p>http://www.blattlaus.de/blattlaeuse.html</p>
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		<title>Trauermücken (biologisch) bekämpfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carniflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2020 19:00:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Trauermücken (biologisch) bekämpfen Bei Trauermücken (Bradysia paupera und Lycoriella ingenua, Familie: Sciaridae) handelt es sich um etwa 2-5 mm lange,</p>
<p><a href="https://www.carniflor.de/trauermuecken-biologisch-bekaempfen/" class="more-link">Jetzt lesen...<span class="screen-reader-text">Trauermücken (biologisch) bekämpfen</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Trauermücken (biologisch) bekämpfen</strong></h3>
<p>Bei Trauermücken (<em>Bradysia paupera und Lycoriella ingenua</em>, Familie: Sciaridae) handelt es sich um etwa 2-5 mm lange, schwärzliche Fliegen aus der Ordnung der Zweiflügler, die zum Paarungstanz meist wie alkoholisiert wirkend um die Pflanzen taumeln, sich massenhaft vermehren und ausbreiten und folglich zum Pflanzen-Schädling werden. Die eigentliche Schadwirkung an den Pflanzen ist jedoch lediglich auf den Fraß der etwa 7 mm langen, hellen Larven zurückzuführen, die in feuchten Substraten (in der Wohnung zumeist in der Blumenerde) leben und sich von totem organischen Material ernähren. Ist dieses jedoch aufgebraucht oder verrottet, fressen die Larven der Trauermücken feine Wurzeln und unterirdische Sprossabschnitte an, infolgedessen die Pflanzen meist stark in ihrer Entwicklung gestört werden und das Risiko für die Einschleppung von Bakteriosen und Virosen in der Pflanze stark steigt. Vor allem bei Sämlingen kommt es bei einem Befall durch Trauermückenlarven oft zu großen Ausfällen.<br />
Bemerkenswert ist, dass ein höherer Anteil an Grünkompost und Gärungsstoffen im Substrat zu deutlich besseren Bedingungen für das Wachstum der Trauermückenlarven führen kann, jedoch vermutet wird, dass Nematoden, die zur biologischen Bekämpfung der Trauermücken eingesetzt werden, die Schädlinge in solchen Substraten schlechter parasitieren (WADAS 2019; <a href="https://orgprints.org/14461/1/Koller_14461.pdf">KOLLER 2009</a>). Gerade bei biologischen Anbau- und Bekämpfungsmethoden sollte also vermehrt auf ein Auftreten der kleinen Plagegeister geachtet werden.</p>
<h4>Lebensweise und Zyklus</h4>
<p>Durch die kurze Lebensdauer der adulten Tiere muss das Überleben der Art durch massenhafter Vermehrung gesichert werden. Nach der Eiablage, die sowohl auf der Substratoberfläche, bei künstlicher Kultur jedoch auch durch Topföffnungen (etwa an der Topfunterseite) erfolgt, schlüpfen die ersten Tiere bereits nach etwa vier Tagen, wobei jedes Weibchen etwa bis zu 200 Eier ablegt.<br />
In der Natur kommen Trauermücken vor allem auf Feuchtwiesen und in Mooren und Wäldern vor. Sind die Lebensbedingungen dort zeitweise besonders günstig, tritt zwischen Mai und Juni eine massenhafte Vermehrung auf, in Folge dessen sich ein bis zu mehrere Meter langer Verbund aus Larven bildet. Dieser sogenannte „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=dfF5uRMh7ac">Heerwurm</a>“ hat den Zweck die Ausbreitung der Art zu fördern und Fressfeinde abzuwehren. In künstlicher Kultur können Trauermücken jedoch das ganze Jahr über auftreten, wobei die stärksten Vorkommen meist im Mai/Juni und von Oktober bis Dezember ihren Höhepunkt erreichen. Oft werden die Schädlinge über Neuzugänge oder Substratbeutel aus Gartencentern und Baumärkten eingeschleppt, allerdings finden die Tiere auch auf natürliche Weise (über Fenster und/oder Undichtigkeiten im Gewächshaus) ihren Weg in den Pflanzenbestand. Die Larven häuten sich im Boden etwa über den Zeitraum von drei Wochen über <a href="https://trauermueckenbekaempfen.de/entwicklungszyklus-von-trauermuecken/">mehrere Larvenstadien</a> hinweg, bevor letztendlich die Verpuppung und der Schlupf folgen. Zu Beginn sind die Puppen noch weiß, später erscheinen sie gelb bis braun, wobei das Hinterteil stets beweglich bleibt. Bei Zimmertemperatur beträgt die Entwicklungszeit vom Ei zum Adulten Tier „nur“ etwa einen Monat, während die adulten Tiere, die bereits direkt nach dem Schlupf geschlechtsreif sind, lediglich etwa 3-7 Tage lang leben!</p>
<figure id="attachment_1031" aria-describedby="caption-attachment-1031" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1031 size-full" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt.png" alt="gelbtafeln und trauermuecke" width="1000" height="500" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt.png 1000w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt-300x150.png 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/Unbenannt-768x384.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-1031" class="wp-caption-text">Grafik: Gelbtafeln (links) eignen sich hervorragend um das Auftreten von Trauermücken (rechts, vergrößert) und anderen Schadinsekten zu beobachten und das Erreichen derer Schadschwellen einzuschätzen.</figcaption></figure>
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<h4>Beobachtung und Bekämpfung</h4>
<p>Die Bekämpfung von Trauermücken erfordert etwas Beobachtung und Voraussicht. Hat sich ein geringer Bestand an einer gewissen Schadwelle etabliert (diese ist abhängig vom Alter der Pflanze, der Größe, dem Gesundheitszustand… und lässt sich relativ zügig per Erfahrung ermitteln), kann mit der Bekämpfung begonnen werden. Bei Einzeltieren lohnt sich eine Bekämpfung meist nicht, da diese dann nicht besonders gezielt stattfindet. Zur Beobachtung des Auftretens und zur Einschätzung der Schadschwelle sollten über dem Pflanzenbestand zu jeder Zeit stets sogenannte <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> mit relativ geringem Abstand zur Substratoberfläche aufgestellt oder -gehangen werden. Hierbei handelt es sich um beleimte Kunststoffkarten, die adulte Tiere durch ihre Farbwirkung anziehen und fangen. Allerdings handelt es sich bei Gelbtafeln, wie es gerade viele Anfänger in der Pflanzenzucht vermuten, nicht um eine aktive Bekämpfungsmethode, sondern lediglich um ein Hilfsmittel zur Identifikation eines Befalls! Gerade bei frisch geschlüpften oder eingeschleppten (adulten) Tieren können <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> jedoch eine passive Bekämpfungsmöglichkeit bieten, da die anhaftenden Tiere nicht mehr in der Lage sind sich zu Vermehren und deren Lebenszyklus zumindest mit sehr geringer Wirkung eingedämmt wird.<br />
Eine Deckschicht aus sehr feinem Quarzsand auf der Substratoberfläche (mindestens 5 mm Schicht-Dicke!) kann der Eiablage ebenfalls entgegen wirken, allerdings nutzen die adulten Tiere oft auch Risse in den Töpfen oder die Bewässerungslöcher auf der Unterseite der Töpfe zur Eiablage, weshalb mit dieser Methode oft nur ein geriner Erfolg erzielt wird!<br />
Ähnlich wie <a href="https://amzn.to/35jXzBe">Gelbtafeln<span style="color: #800000;">*</span></a> können <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Fettkräuter (<em>Pinguicula</em> spec.)</a> mit ihren klebrigen Blättern als Falle für adulte Tiere dienen. Da diese jedoch nur ein sehr gering ausgeprägtes Wurzelwerk besitzen, wird davon abgeraten Fettkräuter gezielt zur Bekämpfung von Trauermücken einzusetzen. Wie wir in eigenen Erfahrungen beobachten konnten, überleben einige Trauermückenlarven auch in Substraten mit recht hohen mineralischen Anteilen, wenn der Wurzelraum eine entsprechende Feuchte aufweist (die bei der <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Kultur von Pinguicula</a> gerade in den Hauptbefallszeiten meist vorhanden ist). Die Larven sammeln sich dann einfach in der feuchten Wurzelzone an, die zudem auch oft von älteren, bereits stark verdorrten Blättern geschützt ist und somit reichlich Nahrung bietet. Auch bei der <a href="https://www.carniflor.de/pinguicula-pflegen/">Kultur von Fettkräutern</a> ist daher stets auf Trauermückenbefall zu kontrollieren und eine geeignete Gegenmaßnahme vorzunehmen!</p>
<h4>Bekämpfung mit Nematoden</h4>
<p>Die effektivste Bekämpfungsmöglichkeit ergibt sich jedoch durch die Anwendung von Fadenwürmern, sogenannte Nematoden mit dem Namen <a href="https://amzn.to/35mRoMO"><em>Steinernema feltiae<span style="color: #800000;">*</span></em></a>. Diese lediglich etwa 0,8 mm großen Tierchen nutzen die Larven der Trauermücke als Wirt zur Eiablage. Nach einer erfolgreichen Parasitierung sterben die Trauermückenlarven ab und setzen mit der Zeit neue Jungtiere der Fadenwürmer frei, die sich dann auf die Suche nach einem neuen Wirt begeben, womit der Kreislauf erneut beginnt. Sind die Schädlinge aufgefressen und die Nahrung verschwunden, sterben die Nematoden schließlich ab. Es lohnt sich also, den richtigen Zeitpunkt zur Bekämpfung abzuwarten und nicht zu frühzeitig mit den Gegenmaßnahmen zu beginnen, um ausreichend Nahrung für eine langfristige Wirkung und gute Vermehrungsrate der Nematoden gewährleisten zu können. Die richtige Schadschwelle lässt sich jedoch bereits nach wenigen Anwendungen problemlos in Erfahrung bringen.</p>
<p>Die Lieferung der Nematoden erfolgt meist in gebundener Form an feinem Tonpulver, weshalb die gewünschte Ausbringungsmenge vor der Anwendung per Gießbrause oder Sprüher (mindestens 0,8 mm Sprühweite!) zunächst ganz unkompliziert mit der entsprechenden Wassermenge angerührt werden muss. Da sich die Tiere bei Lieferung in Ruhephase befinden, können sie nur kurzfristig und kühl (etwa im Kühlschrank) gelagert werden. Eine Ausbringung ist bei Temperaturen ab 5°C möglich. Unter 8°C nimmt die Aktivität der Nematoden jedoch stark ab und unter 4°C fallen die Nematoden schließlich in eine Ruhestarre (daher die kurzfristige Lagerung im Kühlschrank). Ein Nachteil dieser biologischen Bekämpfungsmethode ist jedoch, dass das Substrat über die Anwendungszeit hinweg (zumindest für einige Wochen) konstant feucht gehalten werden muss, da die Bewegungsfähigkeit der Nematoden stark von der Wassersättigung des Substrates abhängt. Der Anwendungsraum für Nematoden beschränkt sich demnach also auf feuchteverträgliche Kulturen in stark organischen Substraten.</p>
<figure id="attachment_1029" aria-describedby="caption-attachment-1029" style="width: 750px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1029" src="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1024x1024.jpeg" alt="enema-nemaplus-nematoden" width="750" height="750" srcset="https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1024x1024.jpeg 1024w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-300x300.jpeg 300w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-150x150.jpeg 150w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-768x768.jpeg 768w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34-1536x1536.jpeg 1536w, https://www.carniflor.de/wp-content/uploads/2020/11/WhatsApp-Image-2020-11-11-at-18.27.34.jpeg 1600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1029" class="wp-caption-text">Grafik: Nematoden bieten die beste und nachhaltigste Bekämpfungsmöglichkeit gegen Trauermückenbefall und gehören in unserer Anzucht zum Standardrepertoire im Pflanzenschutz.</figcaption></figure>
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<h4>Bekämpfung mit Mikro-Organismen</h4>
<p>Darüber hinaus bietet sich mit dem Bakterium <em>Bacillus thuringiensis </em>eine weitere biologische Bekämpfungsmethode mit etwas mäßigerem Erfolg, als durch die Anwendung von Nematoden, da die Behandlung hier regelmäßig (etwa alle 14 Tage) wiederholt werden muss. Der Bacillus wird von den Trauermückenlarven über den Verdauungstrakt aufgenommen und führt bereits innerhalb weniger Stunden zu deren Tod! Mittlerweile existieren mehrere Produkte unter verschiedenen Handelsnamen, wie „BioMück“, „NeudoMück“ und „MioPlant“.<br />
Da Mikroorganismen wie <em>Bacillus thuringiensis</em> jedoch erst seit relativ kurzer Zeit gegen Trauermückenlarven eingesetzt werden, ist die Wirksamkeit laut einigen Berichten im Vergleich zu anderen Bekämpfungsmethoden wie <em>Steinernema feltiae</em> oder Neem-Öl, derzeit nicht sehr ausgeprägt (<a href="https://orgprints.org/14461/2/Poster_Trauermuecken_Koller_wisstagung2009.pdf">KOLLER 2009</a>).</p>
<h4>Bekämpfung mit Neem-Öl</h4>
<p>Möchte man statt auf Nützlinge jedoch lieber auf (biologische) Spritzmittel zurückgreifen, empfiehlt sich eine Behandlung mit <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a>, ein azadirachtinhaltiges Sekret des Niembaums (<em>Azadirachta indica</em>), welches sowohl auf die Pflanzen gesprüht, als auch in geringen Mengen direkt in das Substrat gegossen werden sollte. <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a> hemmt den Fraß der Schädlinge und stört die Häutung zwischen den einzelnen Larvenstadien verschiedener Insekten. Da der Wirkstoff jedoch zunächst von der Pflanze aufgenommen und in dieser verteilt werden muss (hierbei spricht man von einer systemnischen Wirkung), erfolgt die Wirkung nicht unmittelbar und setzt meist erst nach etwa 10 Tagen ein!<br />
Im Gegensatz zur Bekämpfung mit Nützlingen, bei der eine gewisse Schadschwelle als Nahrungsgrundlage zur optimalen Vermehrung des Nützlings abgewartet werden sollte, ist bei der Anwendung von <a href="https://amzn.to/36thRrk">Neem-Öl<span style="color: #800000;">*</span></a> also zu empfehlen, recht frühzeitig mit der Bekämpfung zu beginnen! Für eine optimale Wirkung empfiehlt es sich die Behandlung nach 14 Tagen noch einmal zu wiederholen.</p>
<hr />
<p><strong>Literatur und Quellen</strong></p>
<p>ANON. (?): Bradysia paupera und Lycoriella ingenua &#8211; Trauermücke. Koppert Biological Systems. Online-Artikel.<br />
https://www.koppertbio.de/fragestellung/fliegen-und-muecken/trauermuecke/ [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (2011): Schädlingsbekämpfung &#8211; Trauermücken. Stadt Zürich &#8211; Umwelt- und Gesundheitsschutz. PDF-Download.<br />
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/3521/dokumente/mb_bsb_trauermuecken.pdf [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (?): Steinernema &#8211; Fadenwürmer (Nematoden) &#8211; Nematoden der Art Steinernema feltiae- Re-Natur GmbH. PDF-Download.<br />
https://www.re-natur.de/shop/downloads/dl/file/id/245/product/784/steinernema_feltiae.pdf [02.11.2020]</p>
<p>ANON. (?): Trauermücken. UMWELTBUNDESAMT (DE), Website-Artikel.<br />
https://www.umweltbundesamt.de/trauermuecke [02.11.2020]</p>
<p>KOLLER, MARTIN (2009): Vergleich verschiedener direkten Regulierungsmöglichkeiten der Trauermücken in der biologischen Topfkräuterproduktion. Tagungsband der 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau (Band 1). Verlag Dr. Köster, Berlin.<br />
https://orgprints.org/14461/1/Koller_14461.pdf [02.11.2020]<br />
https://orgprints.org/14461/2/Poster_Trauermuecken_Koller_wisstagung2009.pdf [02.11.2020]</p>
<p>RUISINGER, MARION (2019): Biologische Bekämpfung von Trauermücken. Landwirtschaftskammer, Online-Artikel.<br />
https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/zierpflanzenbau/biologisch/bekaempfung-trauermueckenlarven.htm [02.11.2020]</p>
<p>WACHTMANN, SVEN (2018): Neem -biologisches Pflanzenschutzmittel. Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V., PDF-Download.<br />
https://www.gartenfreunde-berlin.de/gartenfachberatung/tipps-fuer-den-garten/neem-biologisches-pflanzenschutzmittel/166 [02.11.2020]</p>
<p>WADAS, RENÉ  (2019): Der Pflanzenarzt. Mein Großes Praxisbuch für Garten und Balkon. Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 60-63, 3. Auflage.</p>
<p><strong>Hinweise zu Affiliate-Links</strong></p>
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