Steckbrief - Drosera spec.

Licht:
vollsonnig
Wasserbedarf:
Daueranstau möglich, bei Arten mit Winterruhe in den Wintermonaten nur leicht feucht halten.
Knollensonnentau-Arten über die Sommermonate völlig trocken lagern.
Luftfeuchtigkeit:
leicht erhöht - erhöht
Substrat:
Torf-Sand-Perlit Gemische (2:1:1) eignen sich hervorragend. Bei Bedarf kann ein zusätzlicher Teil Lava-Bims-Gemisch eingebracht werden. Knollensonnentau-Arten vertragen auch sandigere Substrate.
Winterruhe:
Einige Arten legen eine Winterruhe ein (v.a. europäische und einige nordamerikanische Arten) und müssen während dieser Zeit kühler (je nach Art zw. 0°C-10°C) und etwas trockener gehalten werden.
Knollensonnentau-Arten legen ihre Wachstumsruhe im Sommer ein. Während dieser Zeit sollten die Knollen bis zum Austrieb vollständig trocken gehalten werden.

Sonnentau (Drosera spec.)

Zu den am leichtesten zu pflegenden Karnivoren zählen einige Sonnentau-Arten, die sich auf Grund ihrer relativ geringen Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit auch hervorrangend für die Fensterbank-Kultur eignen. Dazu zählen unter anderem südafrikanische Arten wie der Kap-Sonnentau (Drosera capensis) oder einige australische Zwerg-Sonnentauarten (z.B. Drosera roseana). In Europa existieren einige voll winterharte Arten, die sich problemlos ganzjährig im Freiland kultivieren lassen. Die Gattung Drosera ist auf jedem Kontinent vertreten. In Europa am häufigsten verbreitet und auch in Deutschland heimisch, ist der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia), der vor allem auf dicken Sphagnum-Moospolstern wächst. An weiteren europäischen Standorten finden sich Vorkommen von Drosera intermedia und Drosera anglica syn. D. longifolia.

drosera-rotundifolia
Der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist auch in Deutschland heimisch
Wuchsformen

Durch die globale Verbreitung der Gattung Drosera trifft man erwartungsgemäß bei den verschiedensten Arten auf jeweils völlig gegensätzliche Kulturbedingungen.
Als Besonderheit unter allen Karnivoren finden hierbei vor allem die Knollensonnentau erwähnung, deren Ruhephase entgegen aller anderen Arten im Sommer (statt üblicherweise im Winter) eingelegt wird. Während dieser Zeit ziehen sich die Pflanzen in wenige Millimeter große Knollen im Erdreich zurück, wo sie bis zum Neuastrieb im Herbst verweilen.
Je nach Herkunft und Wachstumszyklus hat man sich daher entschieden, Sonnentauarten in sechs verschiedene Wuchsformen zu kategorisieren:

  • temperierte Arten – Arten mit Winterruhe und Winterknospe, vorwiegend europäische Arten (D. rotundifolia, D. intermedia, D. anglica, D. fil…).
  • subtropische Arten – Arten ohne Winterruhe und ganzjährig gleicher Blattform (homophyll) (D. spathulatha, D. capensis, D. spiralis…).
  • Knollensonnentau – Australische Arten, die IM SOMMER in eine Knolle im Boden zurückziehen und derweil trocken völlig gehalten werden müssen (D. tubaestylis, D. zonaria….).
  • Zwergsonnentau – Wenige Millimeter bis Zentimeter große Zwergarten, deren Vermehrung über die Bildung von Brutschuppen gesichert wird (D. roseana, D. scorpiodes…).
  • Queensland-Sonnentau – Arten aus dem australischen Regenwald im Gebiet um Queensland. Alle Arten kommen getrennt vor und haben unterschiedliche Ansprüche (D. schizandra, D. adelae, D. prolifera).
  • Petiolaris-Komplex – Eine weitere australische Gruppe, die bei bleichbleibend-tropischer Temperatur, aber wechselfeuchten Bedingungen kultiviert wird (D. banksii, D. derbyensis, D. paradoxa…)
knollen-drosera
Knollensonnentau-Arten aus australien legen ihre Ruhephase im Sommer ein und verlangen in dieser Zeit ein vollständig trockenes Substrat.
Pflege

Die Kulturbedingungen von Sonnentau-Arten richtigen sich vor allem nach der Wuchsform.

  • temperierte Arten – Winterruhe mit Bildung einer Winterknospe (Hibernakulum), winterhart. Am besten im Freiland überwintern, derweil stets leicht feucht halten! (D. rotundifolia, D. intermedia, D. anglica, D. filiformis…).
  • subtropische Arten – Arten ohne Winterruhe. Ganzjährig feucht, leichter Anstau möglich. (D. spathulatha, D. capensis, D. spiralis…).
  • Knollensonnentau – Ziehen im Sommer in eine Knolle im Boden zurück. derweil völlig trocken halten. Bei beginnendem Austrieb langsam kontinuierlich feuchter halten. (D. tubaestylis, D. zonaria….).
  • Zwergsonnentau – Ganzjährig feucht halten, kein Anstau! Umtopfungen enden auf Grund der sehr filigranen Wurzeln für die Pflanzen meist tödlich! Vermehrung über Brutschuppen, Bildung bei kühleren Temperaturen und abnehmender Tageslänge im Herbst (D. roseana, D. scorpiodes…).
  • Queensland-Sonnentau – Alle Arten kommen getrennt vor und haben unterschiedliche Ansprüche. D. adelae verträgt erhöhte Luftfeuchte gut. D. schizandra und D. prolifera benötigen ausreichende Luftzirkulation. Alle dre Arten haben relativ geringe Lichtansprüche und sollten halbschattig kultiviert werden. (D. schizandra, D. adelae, D. prolifera).
  • Petiolaris-Komplex – Ganzjährig warm halten, aber Wechselfeuchte beachten! (D. banksii, D. derbyensis, D. paradoxa…)

Die Ansprüche an das Substrat gestalten sich je nach Gruppierung unterschiedlich. Allgemein werden Torf-Sand-Perlite-Gemische im Verhältnis 2:1:1 gut vertragen. Knollensonnentau-Arten vertragen auch sandigere Mischungen. Ein vollsonniger Standort sollte jedoch bei allen Drosera gegeben sein. Eine Ausnahme bilden hier die drei australischen „Queensland-Schwestern“ D. prolifera, D. schizandra und D. adelae, die eher schattige Plätze bevorzugen.

drosera-adelae
Für große Terrarien eignet sich vor allem der aus den australischen Regenwäldern bei Queensland stammende Drosera adelae. Diese Art legt keine Ruhephase ein und vermehrt sich unkrautartig über Wurzelausläufer.
Fangmethodik

Durch die klebrigen Sekret ausscheidenen, gestielten Drüsen (Trichome), die an zahlreich über die Blattoberfläche verteilt sind, zählen Sonnentaugewächse zu den Klebefallen. Während einige Fallen nur passive Reaktionen zeigen, d.h. die Beute nach einem Fang zersetzen und verdauen, zeigen andere Arten aktive Reaktionen, bei denen die Beute mithilfe der gestielten Drüsen und des beteiligen Blattsegments umwickelt wird, um die Flucht zusätzlich zu erschweren. Einige Zwergsonnentau-Arten besitzen darüber hinaus einige winzige „Schnell-Tentakel“ – Trichome, die blitzartig Richtung Herz der Pflanze zusammenklappen und die Beute dort gefangen halten.

drosera-capensis
Der Kap-Sonnentau (Drosera capensis) eignet sich hervorragend für die ganzjährige Fensterbankkultur und stellt eine dankbare und blühfreudige Pflanze für Beginner dar.
Zusammenfassung

Substrat
- Torf-Sand-Perlite Gemische (2:1:1), bei Bedarf mit Zuschlag von einem Teil Lava-Bims-Gemisch

Bewässerung
- feucht, bei einigen Arten ist Anstau möglich. Knollensonnentau müssen in der Ruhephase im Sommer vollständig trocken gehalten werden.

Licht
- vollsonnig

Winterruhe
- temperierte Arten. Knollensonnentau legen ihre Ruhephase im Sommer ein.
Literatur

1] CAROW, FÜRST (1998): Fleischfressende Pflanzen – Artenübersicht – Kultur – Vermehrung. Verlag Thomas Carow, 11. Auflage.
2] SCHULZ, B. (1965) – Fleischfressende Pflanzen. Ziemsen Verlag.
3] BARTHLOTT et. al. (2004): Karnivoren. Biologie und Kultur fleischfressender Pflanzen. Verlag Eugen Ulmer.
4] CORREA et. al. (2005): Drosera (Droseraceae). (== Flora Neotropica Monograph, Band 96, New York).

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